Gartencenter, Michael Löschau, Oldenburg
Bildunterschrift anzeigen
Der Verbraucher inszeniert seine vier Wände nicht mehr nur mit Möbeln und Deko, sondern auch mit Pflanzen. Vordenker wie Michael Löschau in Oldenburg richten ihr Gartencenter darauf aus.
diy plus

Blumen und Pflanzen

Wann, wenn nicht jetzt?

Die Rahmenbedingungen sind so gut wie seit Jahren nicht, doch die grüne Branche nutzt sie nicht so, wie sie könnte, meint Andreas Löbke von Co-Concept. Wir dokumentieren in Auszügen seine Markteinschätzung im Vorfeld der IPM unter der Prämisse: Hitze und Nachhaltigkeit bestimmen den Markt.
diy immer dabei – Lesen Sie, wo, wann und wie Sie wollen.
  • Print-Ausgabe direkt per Post
  • Ausgaben auch als E-Magazin
  • Immer verfügbar – auf PC und Mobil
  • Online-Archiv seit 1990
Test-Abo Print & Online
Direkt weiterlesen
Der Gartenbau hat tolle Produkte, auch schon vor "Fridays for Future". Aktuell sind die Verbraucher sensibilisiert für den grünen Markt und hören den Botschaften zu - Botschaften, die die Branche aber nur mühsam formuliert, da sie durch Wetterextreme sowie zunehmende Forderungen und Gesetzesvorlagen zurückfällt und die eigentliche Botschaft aus den Augen verliert: Wir machen Grün, und grün ist Lebensqualität!
Die Rahmenbedingungen sind für den erfolgreichen Absatz von Blumen und Pflanzen so gut wie seit Jahren nicht mehr. Mit ca. 8,7 Mrd. Euro Gesamtumsatz für Blumen und Pflanzen befinden wir uns in Deutschland auf einem stabilen Markt, der dem aktuellen Zeitgeist entsprechend theoretisches Wachstumspotenzial hat.
Es stellt sich die Frage, warum es der Branche nicht besser gelingt, die Rahmenbedingungen in stärkerem Maße zu nutzen: Wenn nicht jetzt, wann dann?!
Die Wachstumsprognose des Bundeswirtschaftsministeriums für 2020 wurde zwar heruntergeschraubt. Es wird nicht mehr mit 1,5 Prozent, sondern nur noch mit 1,1 Prozent Wachstum gerechnet. Davon bleibt das Konsumklima derzeit aber weithin unberührt und auf einem konstant hohen Niveau.
Wie sah es 2019 auf dem Gartenmarkt aus? Nach der Jahrhundertdürre 2018 folgte 2019 das nächste Jahr mit lang anhaltend hohen Temperaturen. Viele Verbraucher konnten erneut dabei zuschauen, wie ihre Pflanzen auf Balkon und Terrasse dem Hitzestress kaum standhielten und oftmals vertrockneten. Entsprechend hielten sie sich beim Kauf zurück oder fragten nach besonders hitzetoleranten Pflanzen wie beispielsweise Dipladenien.
Bedauerlich, dass Dipladenien, die 2018 aufgrund der Hitzeverträglichkeit noch ein Highlight im Absatz waren, in der Saison 2019 direkt vom Discount aufgegriffen wurden und nicht mehr als Zugpferd im Facheinzelhandel funktionierten.
Der geänderte Nachfragebedarf der Verbraucher nach hitzetoleranten Pflanzen wurde direkt von den Produzenten aufgegriffen. Es wurden 2019 zunehmend Pflanzen mit "natürlichem, eigenem Wasserspeicher" produziert. Sedum und Saxifraga sind typische Vertreter.
Baumschulprodukte erfreuten sich 2019 einer ausgesprochenen Beliebtheit. An einigen Großmärkten wurde ein Umsatzplus bei Gehölzen von bis zu 40 Prozent registriert. Die Ursache waren vor allem Ersatzpflanzungen und der Umstand, dass viele Kommunen den Anteil der Grünfläche in ihren Bausatzungen drastisch erhöht haben.
Neben dem Trend nach hitzetoleranten Pflanzen wurde 2019 erneut beobachtet, dass Kräuter und Impulsware sehr stark…
Zur Startseite
Mehr zum Thema
Lesen Sie auch