Peter Wüst, BHB
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Dr. Peter Wüst: „Wir können jetzt beweisen, was wir an Agilität und Wandel in uns haben.“

Interview

Was ist schon normal?

Dr. Peter Wüst, Hauptgeschäftsführer des BHB, zum neuen Kongressformat „eBHB2020“, zur gemeinsamen Nutzung des neuen Formats und wie die neue Normalität aussehen wird. 

Der „klassische“ BHB-Kongress findet in diesem Jahr nicht statt. Stattdessen gibt es einen eBHB2020. Was macht für Sie das Besondere dieses neuen Formats aus?

Dr. Peter Wüst: Der „klassische BHB“ (Kongress) ist das „Lagerfeuer der Branchenfamilie“, bei dem die Großfamilie zusammenkommt und Rat hält. Zu jeder großen Zusammenkunft gehören aber auch Auszeichnungen der erfolgreichen Familienmitglieder. Und das Feiern gehört eben auch zum BHB. Und wir verbinden auch die Jahreshauptversammlung für die Verbandsmitglieder mit dieser Zusammenkunft, damit auch die wesentlichen Entscheidungen aus der Verbandsarbeit in den „Rat“ mit einfließen und dort diskutiert werden können. Der „eBHB“ stellt die Fokussierung auf die Elemente des klassischen BHB dar, die online bespielbar sind. Diese neue Zusammenstellung ist für uns Ausrichter spannend und wird auch für die Teilnehmer spannend sein. Zum einen, weil es neu ist. Zum anderen – vor allem – aber auch, weil neue Formate neue Erkenntnisse und neue Erfahrungen vermitteln. Es wird zum Beispiel durch Händler gehostete Sessions geben – das gab es bisher nicht. Es wird auch deutlich mehr Q&A-Optionen geben und die Antworten aller fließen in die Moderation beständig mit ein. Unsere Werbepartner können Eins-zu-Eins-Gespräche durchführen und damit den so wichtigen Austausch in anderer Form testen.

 

Der persönliche Kontakt, der während eines ‚stationären“ Kongresses stattfindet, fehlt natürlich. Welche Vorteile sehen Sie in einem digitalen Kongressformat?

Das Format ist kürzer. Im Kern nur zwei mal drei Stunden. Und wir haben eben nicht das klassische Format ins Netz verlegt, sondern etwas Neues gebaut. Lassen Sie sich überraschen! Die Vorträge sind konzentriert auf die Klassiker – zum Beispiel Zahlen – Daten – Fakten nach Teipel – und auf die aktuellen Basics, also das Leben mit und nach Corona wie nach Horx. Ebenso die Möglichkeit, den CEO von Hornbach mit sehr persönlichen Lehren aus Corona live zu erleben, sollte durchaus Interesse verursachen. Wir empfehlen den Teilnehmern auch eine Zweitnutzung des eBHB als Teambildungs- und Gruppenformat im Sinne eines „Team-Viewings“. Warum nicht im Kollegenkreis (mit maximal vier Personen) den eBHB im eigenen Meetingraum genießen und während des Kongresses mit Kollegen die Themen besprechen und auf die eigenen Firmenbelange abklopfen und entwickeln?

Was stimmt Sie optimistisch, dass das neue Format angenommen wird?

Zum einen die Argumente, die in den ersten Fragen angesprochen wurden. Zum anderen der Wunsch von vielen Menschen in der Branche, wieder zusammen zu kommen. Und last but not least auch das Verständnis, den BHB zu stützen und dem Kongress auch im Jahr 2021 ein Überleben zu sichern. Der Branchenverband BHB hat die Systemrelevanz der Branche in der Politik verankert und dadurch Industrie und Handel einige bemerkenswerte Monate gewährleistet. Der Verband selbst hat dadurch aber leider nur negative Effekte – Stornokosten und ausgefallenen Gewinn. Bitte helfen Sie uns, dem Branchenverband, mit Ihrer Teilnahme und Unterstützung, diese negativen Effekte zu mildern.

 

Corona hat ja die Arbeit und die Strukturen von vielen, auch von Verbänden, dramatisch verändert. Sehen Sie die Chancen einer ‚Normalisierung‘?

Schwierige Frage, zu der mir leider nur eine Binse einfällt: Die neue Normalität wird normal. Leider gibt es erst zarte Andeutungen, wie diese neue Normalität aussehen wird. Aber im Ernst: Auf allen Veranstaltungen reden wir seit Jahrzehnten von Agilität und Wandel. Stichwort „Wandel im Handel“. Und nun können wir alle beweisen, was wir davon in uns haben. Was davon „normal“ ist, sollte uns zutiefst egal sein. Relevant ist, dass wir die beschleunigte Änderung der Geschäftsmodelle wahrnehmen und erkennbar mit Lust und Risikofreude darauf im Sinne der Kunden agieren.

 

Zum Schluss: Wie sehen die Planungen des BHB für das kommende Jahr aus? Fährt der Verband eher doppelgleisig?

Nun: „Der BHB“ wird ein persönlicher Kongress mit Menschen und echten Kontakten bleiben. Hierbei wird es auch kein Hy­bridformat geben. Aber auch wir erfinden und entdecken derzeit neue Formate und evaluieren neue Ideen, die zur Branche und den Menschen passen. Mal sehen, was in 2021 daraus wird und welche Themen und Treffen wir der Branche vorschlagen werden. 

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