Kaufmännischer Leiter Werner Hansen (von links), Marketingleiter  Ingo K. Thielen sowie Geschäftsführer und Firmeninhaber Fritz Züchner und Geschäftsführer Sven Claus blicken optimistisch in die Zukunft. 
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Kaufmännischer Leiter Werner Hansen (von links), Marketingleiter  Ingo K. Thielen sowie Geschäftsführer und Firmeninhaber Fritz Züchner und Geschäftsführer Sven Claus blicken optimistisch in die Zukunft. 

Dosen-Zentrale

Wenn Selbermachen zum Erlebnis wird

Die Dosen-Zentrale Züchner GmbH ist Handelspartner der ganz Großen: Weck, Bormioli Rocco und Le Parfait. Diese Marken und seine „Einkochwelt“ liefert der Verpackungsspezialist bislang  vor allem an den Lebensmittelhandel und an Gartencenter. Nun steuert das Unternehmen neue Ufer an. In den Baumärkten sieht es dabei das größte Potenzial.   

Selbermachen liegt im Trend. Diese Erkenntnis gibt es bei der Dosen-Zentrale Züchner GmbH nicht erst seit dem Start der Corona-Pandemie. Auch Jahre vorher sei diese Entwicklung bereits spürbar gewesen, berichtet Marketingleiter Ingo K. Thielen. Das Familienunternehmen aus Hilden bei Düsseldorf ist Großhändler für Blech-, Glas- und Kunststoffverpackungen – und damit der richtige Ansprechpartner, wenn es darum geht, Selbstgemachtes zu erhalten. Denn die Firma kann auf eine über 200-jährige Geschichte zurückblicken: Im Jahr 1797 begründete Johann Friedrich August Züchner die Familien-Dynastie. 1830 fertigte sein Sohn Heinrich Züchner die erste Konservendose in Deutschland und legte damit den Grundstein für das Verpackungsgeschäft. Heute führt Fritz Züchner in siebter Generation diese Tradition fort.

Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren viele Höhen und Tiefen erlebt; es gab Umstrukturierungen, Weltkriege, Neugründungen, einen Großbrand und schließlich den Verkauf der gesamten Produktion. Mit der Absicht, gezielt fleischverarbeitende Betriebe zu beliefern, gründete Fritz Züchner sen. im Jahr 1934, parallel zum Produktionsgeschäft, die Dosen-Verteilzentrale in Leipzig. Die Fokussierung vor allem auf Kleinabnehmer ist ein Ansatz, der bis heute das Unternehmen auszeichnet. Der Betrieb beschäftigt auf 35.000 m² Lager- und Konfektionierungsfläche 140 Mitarbeiter, vertreibt Produkte in 20 Ländern weltweit und erwirtschaftetet einen Umsatz im mittleren zweistelligen Millionenbereich. Doch das Familiengefühl ist geblieben und auch für Besucher spürbar.

Wir liefern Gläser und Flaschen für Selbstgemachtes im Glas
Ingo K. Thielen, Marketingleiter Dosen-Zentrale Züchner GmbH

Die Dosen-Zentrale ist seit fast 40 Jahren der größte Handelspartner der Firma Weck in Europa. Die Traditionsmarke bietet seit dem Jahr 1900 Einmachgläser, Flaschen und Zubehör an und hat sogar Einzug in den Sprachgebrauch gehalten: Im Duden ist der Begriff „einwecken“ seit dem Jahr 1934 eingetragen. Zudem ist das Unternehmen der Familie Züchner einer der größten Vertriebspartner des italienischen Glasherstellers Bormioli Rocco und seit Ende des Jahres 2019 auch Haupthandelspartner der französischen Traditionsmarke Le Parfait in Deutschland. Darüber hinaus bietet die Dosen-Zentrale mit ihrer Eigenmarke „Einkochwelt“ eine große Produktauswahl rund um die Themen Einkochen, Backen, Servieren und Präsentieren.  

Dosen-Zentrale, Weck-Handelspartner
Das Hildener Unter­nehmen ist  der größte Handelspartner von Weck in Europa. 

Von Hilden aus werden die Produkte „ready to sell“ an Verbrauchermärkte, Nahversorger des Lebensmitteileinzelhandels (LEH), Discounter, Baumärkte und Gartencenter sowie den Möbel- und Dekorationshandel im In- und Ausland geliefert. Kunden werden teilweise direkt, oder über Zwischenhändler betreut. Rund die Hälfte des Umsatzvolumens nimmt aktuell der Bereich Retail (LEH, Nonfood-Handel, Bau- und Gartenmärkte, Möbel- und Dekorationshandel) ein, auf das Lebensmittelhandwerk (Metzger, Bäcker, Winzer, Öl-/Senfmühlen, Selbstvermarkter) entfallen knapp 30 Prozent und 20 Prozent auf die Belieferung von Abfüllern chemisch-technischer Füllgüter, sogenannte ct-Güter (Farben, Lacke, Baustoffe) sowie Labore. Für Letztere hat das Hildener Unternehmen eine sogenannte Hygienestation eingerichtet. Durch eine Schleuse mit Überdruck-System sowie einer speziellen Bodenbeschichtung kann die Ware „fabriksteril wie vom Hersteller“ verpackt werden, wie Thielen unterstreicht. Als Bindeglied zwischen Herstellern, Abfüllern und Wiederverkäufern und mit umfangreichen Serviceleistungen sieht sich das Unternehmen in einer konkurrenzarmen Marktposition. Zudem werden seit 2019 Kunden des Geschäftsbereichs HoReCa (Hotellerie, Restaurants, Caterer, Event- und stationäre Gastronomie sowie Kantinen- und Gemeinschaftsverpflegung) mit der neu gegründeten Gesellschaft und gleichnamigen Marke „Table Z“ versorgt. Allerdings schränkt die Corona-Pandemie das Geschäft derzeit deutlich ein.

„Wir liefern Gläser und Flaschen für Selbstgemachtes im Glas“, fasst Thielen das Tätigkeitsfeld des Unternehmens zusammen. Doch das allein ist es nicht, was die Dosen-Zentrale ausmacht. Im Vordergrund stehen kundenindividuelle Lösungen. Ein Alleinstellungsmerkmal ist, dass die Dosen-Zentrale nationale und internationale Trends frühzeitig erkennt und darauf basierend konkrete, individuelle, absatzorientierte Verkaufsmodule entwickelt. „Bei Flexibilität und Individualisierung sind wir unschlagbar“, betont Werner Hansen, der für die kaufmännische Leitung bei der Dosen-Zentrale verantwortlich ist. So gibt es beispielsweise saisonale oder themenspezifische Sortimente, Einzelartikel, Trays, eigene Papp- oder Holzdisplays sowie Halb- oder Ganz-Paletten-Lösungen. Der Kunde kann den Experten aus Hilden die gesamte Produktauswahl, Sortiment und Design überlassen oder Verkaufsideen als Private Label in der hauseigenen Grafikabteilung kreieren und produzieren lassen. Darüber hinaus sind eine ganzjährige Zusammenarbeit auf Listungsbasis oder auch nur Aktionsgeschäfte möglich.

Dosen-Zentrale, Eigenmarke Einkochwelt
Die Eigenmarke Einkochwelt bietet eine breite Auswahl an Produkten. 

Im Bereich Retail ist die Dosen-Zentrale mit ihren Kunden aus dem LEH und den Gartenmärkten bereits gut aufgestellt. Nun will sich das Unternehmen noch stärker als bisher auf die Baumärkte fokussieren. „Beim Thema Baumarkt ist noch Luft nach oben“, unterstreicht Ingo K. Thielen. Dafür bieten die Verpackungsspezialisten einige besondere Services an: Im Showroom können Displays und Regale aufgebaut werden, um zu testen, wie diese später am POS aussehen sollen. Kunden erhalten dadurch bereits vorab einen Eindruck, wie die fertige Präsentation wirkt, und können selbst die Module zusammenstellen sowie die Platzierungen anpassen. Displays, Etiketten und sogar die Preisauszeichnung werden in der hauseigenen Grafik­abteilung entworfen und vor Ort in der Digitaldruckerei gedruckt. Diese Inhouse-Services erlauben dem Kunden einen hohen Grad an Individualisierung, da gewünschte Änderungen sofort umgesetzt werden können.  

Viele Baumarktkunden schafften noch nicht den Sprung vom Heimwerken zum Einkochen, betont Thielen. Doch er ist optimistisch, dass sich das bald ändern wird. Schließlich bietet sich in diesen Märkten die Möglichkeit, eine gesamte Bedarfskette abzubilden - von Samen und Setzlingen über Pflanzenpflege, Erntehelfer bis zur Einkochwelt. Die Einsatzmöglichkeiten beschränken sich jedoch nicht nur aufs Konservieren. Auch starke Handelsthemen wie BBQ, To Go und Urban Gardening oder Trends zur Nachhaltigkeit wie Fermentieren und „Unverpackt Einkaufen“ können mit diesen Produkten abgebildet werden. Zudem lassen sich Gläser und Flaschen nicht nur zum Haltbarmachen nutzen, sie dienen auch zunehmend als dekorative Elemente. Ob zum Anrichten von Speisen, für Limos und Cocktails, zum Lagern von trockenen Lebensmitteln oder als Windlicht – die Liste ließe sich ewig fortführen.  

Hinzu kommt, dass der Trend zum Selbermachen weiterhin im Aufwind ist. Die Corona-Krise habe ihn noch einmal beflügelt, so der Marketingleiter. Es seien „signifikante Absatzzuwächse bemerkbar.“ Gründe für die Tendenz hin zum Selbstversorgen gibt es viele. Eine Sehnsucht nach der früheren Zeit sieht er darin aber nicht. Vielmehr sei den Menschen nunmehr wichtig, etwas selbst herzustellen, zu erleben und nach eigenen Wünschen zu gestalten. „Es geht nicht ums Konservieren aus der Not, sondern darum, einen besonders tollen Geschmack zu bewahren“, bringt es der Marketingleiter auf den Punkt. In einer Zeit, in der Lebensmittelunverträglichkeiten zunehmen, ist es zudem sinnvoll zu wissen, was in den Speisen enthalten ist.  

Dosen-Zentrale, Unverpackt-Läden
Auch Unverpackt-Läden gehören mehr und mehr zu den Kunden der Dosen-Zentrale. 
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