Bosch Pressekonferenz
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Die Pressekonferenz von Bosch konnte ausschließlich im Live-Stream verfolgt werden.

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Große Koalition

Unter Führung der Schwergewichte Bosch und Gardena gibt es eine weitere Akku-Allianz, die Power for All Alliance mit derzeit vier weiteren Verbündeten. Die Konkurrenz findet das schon einmal gut.

Bosch und Gardena haben unter dem Namen Power for All Alliance eine Kooperation für ein herstellerübergreifendes Akku-System gegründet. Die zwei Schwergewichte im Markt für Heimwerker- und Gartengeräte haben außerdem vier weitere Mitglieder in ihren Bund aufgenommen: Gloria, Wagner, Rapid und Emmaljunga, ein Anbieter von Kinderwagen (die es jetzt eben auch mit Motor gibt). Elektrowerkzeuge, Gartengeräte und Haushaltsgeräte (von Bosch) mit 18-Volt-System der beteiligten Hersteller können künftig mit ein und demselben Akku betrieben werden. De facto handelt es sich um das System von Bosch.

Für Gardena bedeutet das eine Systemumstellung, die das gesamte 18-Volt-Sortiment ab der kommenden Saison betrifft. Gloria und Wagner haben bereits zuvor mit Bosch-Akkus gearbeitet. Die Akkus werden von Bosch bereitgestellt. Die Allianz ist kein Joint Venture, es gibt keine gemeinsame Tochtergesellschaft.

In einer per Live-Stream im Internet übertragenen Pressekonferenz haben Henk Becker, Vorsitzender der Geschäftsführung von Bosch Power Tools, und Pär Åström, Geschäftsführer von Gardena, die Allianz bekannt gegeben. Sie stellten dabei vor allem heraus, dass die Anwender Geld, Platz und Zeit sparen. „Unsere Verwender wollen starke, zuverlässige und flexibel einsetzbare Akkus – am liebsten für alle Anwendungen rund um Haus und Garten“, sagte Pär Åström.

Gloria-Geschäftsführer Markus Kress hob außerdem die Vorteile für den Handel beispielsweise in der Lagerung und Logistik hervor. In der Allianz sei nun, wurde auf der Pressekonferenz mehrfach betont, das breiteste und tiefste Sortiment von Geräten der 18-Volt-Klasse verfügbar. Derzeit geht es um rund 100 Geräte.

Bosch hält an der Rückwärts-Kompatibilität bis 2007 fest. Das heißt: Die mehr als 20 Millionen Bosch-Akkus für Heimwerker- und Gartengeräte mit 18 Volt, die bereits im Markt sind, bleiben ebenso wie die Ladegeräte kompatibel.

 

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Henk Becker bestätigte, dass es Gespräche mit weiteren Partnern für die Power for All Alliance gebe. Außerdem sei man auch für andere Geräteklassen, beispielsweise für 12-Volt-Geräte, offen. Man habe sich auf den Bereich 18 Volt konzentriert, weil er derzeit 80 Prozent des Marktes abdecke. Die Nachfrage nach Akku-Geräten generell steige kontinuierlich, so Becker. „Ihr Anteil wird sich in fünf Jahren von heute 40 auf 60 Prozent steigern“, prognostiziert er.

Einen Fan hat die Allianz jedenfalls schon einmal: den CEO von Konkurrent Metabo, Horst Gabrecht. Metabo als Initiator des Cordless Alliance System (CAS) „freut sich“, hat das Unternehmen gleich nach der Bekanntgabe per Presseinformation wissen lassen, über das von Bosch Power Tools vorgestellte zweite herstellerübergreifende Akku-System für Elektrowerkzeuge und andere elektrisch angetriebene handgeführte Maschinen. „Dass Bosch jetzt seine Akku-Technologie ebenfalls für andere Hersteller öffnet, ist für uns zum einen eine Bestätigung, dass wir mit unserem vor zwei Jahren vorgestellten, weltweit ersten herstellerübergreifenden Akku-System CAS auf dem richtigen Weg sind“, wird darin Horst Garbrecht zitiert. „Und zum zweiten werden so die Profis in Industrie und Handwerk noch schneller verstehen, welche Vorteile ein herstellerübergreifendes System bietet.“

 

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