Die Griffe der neuen Werkzeuge wollen sowohl mit Ergonomie, einfacher Handhabung, als auch mit einer nachhaltigeren Produktionsweise überzeugen.
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Die Griffe der neuen Werkzeuge wollen sowohl mit Ergonomie, einfacher Handhabung, als auch mit einer nachhaltigeren Produktionsweise überzeugen.

Storch-Ciret/Color Expert

Von der Ideenskizze zum Großserienprodukt

Bei der Produktentwicklung ziehen alle Mitarbeiter und Partner von Color Expert an einem Strang. Ihr Ziel: Ein Werkzeug herstellen, das zahlreichen Anforderungen gerecht wird.   

Produkte ändern sich, Werkzeuge ändern sich, auch Malerwerkzeuge ändern sich. Weil die Menschen sich ändern, die sie benutzen: Sie verändern ihre Konsumgewohnheiten (Beispiel Nachhaltigkeit), stellen neue Anforderungen an ihre Heimwerkerarbeiten (Beispiel Ergonomie), entwickeln vorübergehende oder bleibende Wohntrends (Beispiel glatte Wand). Und Materialien, die mit dem Werkzeug verarbeitet werden, ändern sich. Die Werkzeugentwicklung spürt und greift solche Impulse kontinuierlich auf. Das interdisziplinäre Entwicklungsteam der Storch-Ciret Group stößt die Weiterentwicklung von Produkten für Color Expert regelmäßig mit eigenen Impulsen an.  

„Funktionalität, Nachhaltigkeit, ein gutes Preis-Leistungsverhältnis, eine kraftvolle Markenbotschaft und optimale Ergonomie – das sind nur einige der Anforderungen, die unsere Produktentwicklungen erfüllen müssen. Das Produktdesign der Storch-Ciret Group bringt deshalb zahlreiche Disziplinen zusammen. Das gemeinsame Ziel des Entwicklungsteams: ein Handwerkzeug, mit dem die Menschen ihre Malerarbeit bestmöglich ausführen können. Für eine solche integrative Produktentwicklung sorgt ein funktionsorientierter Entwicklungsprozess, der alle Disziplinen integriert und führt“, sagt Oliver Stotz, Inhaber von stotz-design.com. Die Agentur für Industrial und Corporate Design entwickelt seit mehr als zehn Jahren für die Storch-Ciret Group Malerwerkzeuge für private und professionelle Anwender.  

Das Produktmanagement von Color Expert löst einen Prozess aus, an dessen Ende eine neue Werkzeuglösung steht. Basis dafür ist eine Art 360°-Feedback zu den bestehenden Produkten: Das Team trägt hierfür alle Erkenntnisse zusammen, die es durch Befragungen von Fokusgruppen, durch Rückmeldungen auf Messen, in den sozialen Medien, in Kreativ-Workshops oder über andere – berufliche wie private – gewinnt. Auch aktuelle Fragestellungen und Neuheiten in der Branche fließen mit ein.  

Den Anlass für die Entwicklung der neuen Griff-Generation zum Beispiel gaben aktuelle Studienergebnisse: „Die Befragungen hatten zum einen gezeigt, dass die Ansprüche der Verbraucher an die Ausgestaltung der Wohnumgebung gestiegen sind. Zum anderen wiesen sie auf, dass bei Malerarbeiten – speziell beim Streichen der Wände – Frauen ebenso häufig zu Pinsel und Farbwalze greifen wie Männer. Und sie zeigten auf, wie wichtig den Verbrauchern die Qualität des Ergebnisses ist“, erklärt Philipp Escher, Leiter Produktmanagement der Ciret GmbH. „Unsere Hand bestimmt ganz entscheidend das Arbeitsergebnis. Darum war es uns wichtig, Griffe zu entwickeln, die kleinen Frauenhänden ebenso wie großen Männerhänden ergonomisch gerecht werden. Eine ganzheitliche Produktentwicklung bezieht dabei zudem den Bügel zur Farbwalze mit ein und berücksichtigt Anforderungen wie das Führen des Rollers mit einem Teleskopstab oder die Möglichkeit, ihn am Abstreifgitter einzuhängen.“ Der Entwicklungsauftrag an das Produktdesign für die neue Griff-Familie lautete vereinfacht: Konstruiert einen Rollergriff, mit dem Hände unterschiedlicher Größe mühelos arbeiten können, der alle Zusatzfeatures mitbringt und dabei zugleich nachhaltiger produziert werden kann.

Solche Designskizzen dienen zusammen mit 3-D-Druck-Handmustern zur Entwicklung von Füllsimulationen. 
Solche Designskizzen dienen zusammen mit 3-D-Druck-Handmustern zur Entwicklung von Füllsimulationen. 

Enge Abstimmung aller Bereiche

Produktmanagement, Design und Konstruktion haben von Beginn an eng zusammenarbeitet. So findet die Expertise aller Beteiligten Eingang in das Ergebnis: eine ovale Griff-Form, die ergonomisch für jede Hand geeignet ist und eine ideale Kraftübertragung auf die Großflächenwalze ermöglicht. Dank der integrierten Daumenauflage „GripZone“ lässt sich die Walze ausgezeichnet führen. Um hohe Wände und Decken zu streichen, lässt sich eine Teleskopstange befestigen. Mit der Rundung im vorderen Griffbereich können die Endverbraucher den Roller in der Farbwanne ablegen oder im Farbeimer einhängen.

„Bei der Materialdefinition spielen Aspekte wie Steifigkeit, Bruchsicherheit und Recycelbarkeit eine wichtige Rolle. Bei einem Handwerkzeug denken Designer immer auch daran, wie ein Material sich anfühlt. Optimale Ergebnisse in Funktionalität und Haptik erreichen wir bei einem Bügelgriff durch die Kombination unterschiedlicher Materialien. So entstand neben dem Ein-Komponenten- auch ein ergonomisch einzigartiger Drei-Komponenten-Griff“, so Stotz. Auf der Basis der Designskizzen und erster 3-D-Druck-Handmuster entstanden Füllsimulationen mit drei Komponenten. Schließlich galt es, auch die benötigte Kunststoffmenge zu reduzieren.  

 

Neue Produktionsanlage

„In Zusammenarbeit mit deutschen Werkzeug- und Spritzgussherstellern wurde eine Maschine mit einer komplett neuen Fertigungstechnik entwickelt. Sie reduziert Produktionsprozesse, Materialeinsatz und Zykluszeiten“, erläutert Christian Nocera, Leiter Entwicklung und Kons­truktion. Die Zykluszeit in der Produktion sank von 85 auf 25 Sekunden für einen Griff. Die neue Spritzgussmaschine nutzt dabei einen Hybrideffekt: Beim Öffnen und Schließen der Werkzeuge wird die entstehende Energie zurückgewonnen und wieder in den Produktionsprozess eingespeist. Außerdem wird die Anlage nicht hydraulisch, sondern elektrisch betrieben. Sie ist jederzeit sofort einsatzbereit. Die Vorheizphase entfällt.  

Der Autor

Philipp Escher (rechts) ist ­Leiter Produktmanagement der Ciret GmbH. Oliver Stotz (links) ist Inhaber der Agentur stotz-design.com.

Der neue ovale Griff besitzt höhere Festigkeit und erfüllt einen hohen Qualitätsstandard. Er lässt sich einfach auf den runden Konus des Telestabs aufstecken. Die Anwender gewinnen so größeren Bewegungsspielraum. Zugleich gibt die Griffarchitektur der Walze einen besseren Halt und sorgt für einfachere Führung. Je weiter die Walze vom Handgelenk entfernt ist, umso schwieriger ist jedoch die Anwendung. Die Lösung des Entwicklerteams: Der Bügel wurde geknickt. Das verkürzt die Entfernung zum Handgelenk und erzeugt einen optimalen Auftragswinkel beim Streichen.  

„Unsere Produktentwicklungen sind ein gemeinsamer, ein integrativer Prozess. Material- und Ergonomiekunde, Produkt-Know-how, verfahrenstechnisches Fachwissen, kreativ-gestalterische Erfahrung – all das und mehr fließen darin zusammen“, betont Oliver Stotz. 

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