Seit 30 Jahren gibt es das Akkusystem One+ von Ryobi. „Das ist für ein Akkusystem enorm lang. Viele Wettbewerber sind erst seit zehn, zwölf Jahren am Markt“, betont Markus Monjau, Commercial Director Retail für die DACH-Region bei Ryobi. Das Besondere daran: Die Akkus aus dem 18 V-System sind rückwärtskompatibel, sie passen also auch noch in die Geräte von damals. „Das sind 30 Jahre voller Erinnerungen“, spielt Monjau auf das Thema Emotion in der Jubiläumskampagne an: „One+ begleitet Menschenleben. Zum ersten Mal ist man damit vielleicht als Teenager in Kontakt gekommen, heute ist man Großvater oder Großmutter und mäht immer noch mit dem gleichen System.“
Das Akkusystem werde auch in den nächsten 30 Jahren das gleiche sein, ist er überzeugt. „Wir verändern die Basis, den Kern, nicht.“ Was sich aber ändert: „Die Geräte werden kleiner, kompakter und leistungsfähiger.“
Ein Beispiel dafür ist ein neuer, sehr kompakter Akkustaubsauger für die Fahrzeugreinigung. „Er lässt sich natürlich auch für andere Anwendungen nutzen“, merkt Ina Willutzki an, als sie bei einer Presse-Veranstaltung die Neuheiten vorstellt. Sie ist Head of Marketing Consumer für die DACH-Region bei Ryobi. „Hier geht es vor allem um die kompakte Bauform. Im Auto ist man mit dem Handsauger oft eingeschränkt“, fügt Monjau hinzu. Die Leistung sei ausreichend für den Profieinsatz, sagt er, doch man wolle unter der Marke Ryobi keine Profi-Linie aufmachen. „Wir haben mit Milwaukee und AEG schon zwei Profimarken im Konzern.“
Mit Konzern meint Monjau das in Hongkong börsennotierte Mutterunternehmen Techtronic Industries (TTI), das, wie der Kaufmännische Leiter berichtet, in den vergangenen zehn Jahren enorm gewachsen sei: von 5 Mrd. USD Umsatz und 20.000 Beschäftigten weltweit auf zuletzt über 15 Mrd. USD und rund 48.000 Angestellte. Auch das Jahr 2025 verlief positiv. Genaue Zahlen zu Ryobi nennt er nicht, verrät aber: „Wir sind weiter im Plus“ – wenn auch nicht so, wie er das gerne hätte. Die Marktentwicklung sei herausfordernd. „Preiseinstieg ist gefragt“, nennt er einen der Trends, mit denen der deutsche DIY-Markt derzeit konfrontiert ist und von denen vor allem Discounter, Marken im Lebensmittelhandel und Plattformen profitieren. Doch auch Ryobi kann diese Bedürfnisse bedienen: „Wir bieten alles vom Preiseinstieg bis Profi-Level“, unterstreicht Monjau.
Sparen können die Kundinnen und Kunden auch beim Kauf der One+-Produkte, die es zum Jubiläum als Starterset samt Akku und Ladegerät in limitierter Auflage gibt. Das soll die Einstiegshürden senken. Es gibt zwar schon rund 100 Millionen verkaufte Ryobi-Akkus inzwischen weltweit. Aber: „Wir brauchen neue Kunden, die in das System einsteigen“, erklärt Monjau. Um für mehr Bekanntheit zu sorgen, setze man weiterhin stark auf Werbepartnerschaften mit dem Handel – aktuell etwa mit Toom und Bauhaus – über soziale Medien, Fernsehwerbung und Veranstaltungen am POS.
Und sicher ist es auch Monjau selbst, der seinen Teil zu der Bekanntheit beiträgt: Seit mehr als zehn Jahren bei TTI, testet er zahlreiche Geräte selbst und hilft, wie auch andere Kundinnen und Kunden, mit Verbesserungsvorschlägen dabei, die Werkzeuge und Helfer effizienter und ergonomischer zu machen.
Das war beispielsweise beim Fugenreiniger der Fall. Die Weiterentwicklung des Produkts ist seit rund drei Jahren im Sortiment. „Wir haben hier tausende Rückmeldungen und Reviews erhalten“, berichtet Willutzki. Darauf aufbauend wurde ein teleskopierbarer Stiel mit gummiertem und verstellbaren Zweihandgriff entwickelt, der das Arbeiten für Anwender jeder Größe bequemer macht. Darüber hinaus wurde die Verpackung optimiert und verkleinert, auch mit Blick auf die Logistik, erläutert die Marketing-Expertin. Denn Frachtraum ist knapp, ebenso die Präsentationsflächen am POS.

Außerdem zahlt das aufs Thema Nachhaltigkeit ein: „Wir haben viel an den Verpackungen verändert, was die Materialzusammensetzung angeht. So waren Akkus bisher im Kunststoffblister verpackt, nun setzen wir auch hier auf Pappverpackungen, davon viel aus recyceltem Material. Und wir verzichten dort, wo es möglich ist, auf Verpackungsmaterial“, zählt Monjau auf. Viel stärker geht es ihm aber um die Geräte selbst, ebenso wie um die Akkus, für deren Entwicklung der Konzern den Hut aufhat: „Wir versuchen, das Maximum aus der Ressource herauszuholen. Es gibt keinen Hersteller, der so viel Energie in die Akkuentwicklung steckt wie TTI“, ist er sich sicher. Natürlich sei Lithiumabbau nicht nachhaltig, „aber wenn ein Akku zehn, zwölf Jahre oder länger läuft, ist er das schon.“
Bei den Motoren ist etwa die Weiterentwicklung der Brushless-Technologie ein Thema: Durch den Verzicht auf Kohlebürsten ist der Motor zwar etwas teurer in der Herstellung, dafür aber kompakter und wartungsärmer. Um den Motor – bei gleicher Kompaktheit – leistungsfähiger zu machen, wird mithilfe von modernen Fertigungstechnologien mehr Kupfer verwendet. „Brushless ist nicht gleich brushless, da gibt es große Unterschiede bei Leistung und Haltbarkeit“, weiß Monjau.
Die Technologie findet sich beispielsweise im Motor eines neuen Laubgebläses. „Es ist besonders leicht und kompakt“, hält Willutzki fest. Das Gerät entspricht nicht der klassischen Bauform, stattdessen besitzt es einen Pistolenhandgriff, mit dem es sich sehr präzise schwenken lässt. Zudem lässt sich die Saugdüse vom Gebläserohr abnehmen und direkt am Gerät befestigen. Das bietet ergonomische Vorteile beim Ausblasen von Ecken und Kanten, beispielsweise am Motorrad oder Auto nach der Wäsche.
Im 4 V-System hat sich ebenfalls einiges getan. Hinzugekommen ist unter anderem eine Gras- und Strauchschere. „Wir bedienen auch in dieser Leistungsklasse den Systemgedanken“, so Willutzki. Das leichte und kompakte Produkt erlaubt einen schnellen Wechsel zwischen Gras und Strauchschere und sein Akku lässt sich bei Bedarf als Powerbank nutzen – etwa zum Aufladen des Smartphones unterwegs.
Neben dem 18 V-System und den 4 V-Akkus gibt es auch ein 36V-Sortiment, Max Power genannt, ebenso wie Handwerkzeuge, das Ordnungssystem Link und Zubehör wie Taschen oder Werkzeugkoffer. Auch wenn Ryobi damit wirbt, nahezu für jede Anwendung rund um Haus und Garten die passende Lösung zu haben – fertig entwickelt ist das Sortiment damit nicht. „Es gibt noch nicht alles“, sagt Monjau. Er sieht Wachstumspotenzial in Weiterentwicklungen und Optimierungen bei Leistungsklassen, Ergonomie sowie Funktionalitäten. „Außerdem verändern sich die Gegebenheiten. Es gibt zum Beispiel mehr Kunstrasen.“ Und dafür werden wiederum passende Reinigungslösungen benötigt.
Auch der Bereich der geräuscharmen Werkzeuge ist ein Thema, bei Ryobi Whisper-Series genannt. „Man muss die Entkoppelung auch erst einmal schaffen, dass ein leises Gerät genauso leistungsfähig sein kann“, weiß der Akkuexperte. Ebenso sei das Segment Floorcare ein großes Geschäft für TTI, das aus anderen Marken innerhalb des Konzerns die Kompetenz für dieses Feld habe. Hier sollen auch bei Ryobi im kommenden Jahr weitere neue Lösungen auf den Markt kommen.
Dies ist die Langversion des Beitrags aus der Printausgabe diy 7/2026.












