Höhere Preise wahrscheinlich

Rohstoffpreise verteuern DIY- und Gartenprodukte; bau + diy registriert extreme Kostensteigerung in fast allen Vormaterialbereichen

Die seit Jahresbeginn wieder stark steigenden Rohstoff- und Vormaterialkosten können von der verarbeitenden Industrie nicht mehr getragen werden. Darauf verweist die Herstellervereinigung bau + diy in einer Presseerklärung. Der nach 2005 nun nochmalige, zum Teil drastische Anstieg der Vorproduktkosten mache Preisanhebungen für eine große Zahl von DIY-Produkten notwendig.
So sei u. a. der europäische Stahlpreisindex im Mai 2006 um 20 Prozent über seinem Januarwert gelegen. Ein Ende, so bau + diy, sei nicht abzusehen, da die europäischen Stahlkonzerne aktuell weitere Stahlpreiserhöhungen für das dritte Quartal bereits ankündigt hätten. Der Rohstoffboom und erhebliche Engpässe auf der Angebotsseite sorgten aber vor allem für außergewöhnliche Preissteigerungen auf den Märkten für Nichteisen- und Spezialmetalle. Dabei seien Notierungen für die Einsatzmaterialien Kupfer und Messing geradezu explodiert. Die Preise an der Londoner Metallbörse stiegen demnach für Kupfer zwischen Jahresanfang und Ende Mai um 65 , für Nickel um 58 und für Zink sogar um 88 Prozent. Damit erhöhten sich auch die Messingpreise, die Hersteller von DIY-Produkten mussten hier bis zu 80 Prozent höhere Rohstoffpreise akzeptieren.
Auch das Rohöl bleibe ein auslösender Preistreiber für viele Bau- und Heimwerkerprodukte. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete Ende Mai über 70 US-$. Der HWWA-Index für Rohöl (auf Euro-Basis) sei damit um 40 Prozent höher als noch vor einem Jahr. Die Folge, so die Herstellervereinigung weiter, seien höhere Erzeugerpreise in den rohölnahen Sparten Petrochemie und Polymere, zu Lasten der weiterverarbeitenden DIY-Produzenten aus den Bereichen Kunststoffe, Farben/Lacke und Bauchemie. Auch in der Sparte Holz erreichen nun die Vorproduktkosten nicht zuletzt durch den gestiegenen Ölpreis und die damit sich verteuernden Einsatzmaterialien (Lacke/Leime, Harze und Klebstoffe) neue Rekordwerte. Preiserhöhungen seien daher, so bau + diy, dringend notwendig – auch in Form von temporären Materialteuerungszuschlägen. Laufende Produktvariationen und Qualitätsanpassungen könnten diese Rohstoffentwicklung nicht mehr auffangen.
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