Toom Baumärkte/Marktkauf: Übernahme jetzt amtlich

Verträge wurden heute in Köln unterzeichnet; Stillschweigen über Kaufpreis; Branchenkenner sprechen von hohen Millionenbeträgen, die Edeka Rewe zahlen muss

Jetzt ist es offiziell: Die Kölner Rewe Gruppe übernimmt 133 Baumärkte von der Edeka-Tochter Marktkauf in Bielefeld. Damit wird die Fachmarkt-Tochter der Rewe-Gruppe Toom Baumarkt mit 385 Standorten von der Standortanzahl her zur neuen Nummer 3 der deutschen Baumarktbranche. Der Netto-Einzelhandelsumsatz von Toom Baumarkt von 1,3 Mrd. € (2006) wird durch die Transaktion auf über zwei Mrd. € steigen. Entsprechende Verträge wurden am Mittwoch, den 16. Mai 2007, in Köln unterzeichnet. Die Übernahme steht unter Vorbehalt der Kartellbehörde. Nach dem Behördenentscheid werden die Marktkauf-Baumärkte, die 2006 mit fast 5.200 Mitarbeitern einen Netto-Umsatz von rund 760 Mio. € erwirtschafteten, in das Filial- und Partnerschaftsnetz von Toom Baumarkt integriert. Über die Kaufsumme und weitere Übernahmemodalitäten wurde Stillschweigen vereinbart. Branchenkenner rechnen jedoch damit, dass der „Verkäufer“ Marktkauf an den „Käufer“ Rewe einen dreistelligen Millionenbetrag (zwischen 160 und 300 Mio. €) überweisen muss.
„In der Baumarktbranche in Deutschland bieten sich nur wenige Chancen, durch Akquise einer solch großen Anzahl zukunftsfähiger Standorte schneller als der Wettbewerb zu wachsen. Die neuen Standorte passen mit Größen von durchschnittlich ca. 6.500 m² gut in unser Portfolio und ergänzen unser Filialnetz ideal. Seit der konzeptionellen Neuausrichtung von Toom Baumarkt haben wir deutlich an Fahrt gewonnen. Jetzt kommt noch Rückenwind hinzu“, sagte Josef Sanktjohanser, im Vorstand der Rewe-Gruppe unter anderem für Toom Baumarkt verantwortlich. „Mit den Marktkauf-Häusern geben wir der Rewe Gruppe ein zukunftsfähiges Paket an die Hand, das nicht zu unserem Kerngeschäft zählt“, kommentierte Alfons Frenk, Vorstandsvorsitzender der Edeka AG die strategische Entscheidung.
„Die neuen Standorte werden nach zügiger Umflaggung und Modernisierung bis spätestens 2010 einen positiven Ergebnisbeitrag leisten“, ist Sanktjohanser überzeugt. Durch die Zusammenarbeit mit I + M Interbaustoff sowie die europäische Einkaufsplattform Toomaxx bekämen die übernommenen Märkte im harten Wettbewerb deutlich verbesserte Konditionen. In den nächsten Wochen wird für jeden Standort das optimale Vertriebs- und Betreiberkonzept gefunden.
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