Praktiker wird zum Discounter

26.04.2013
Im Zuge seiner Zwei-Marken-Strategie will der Konzern seine Vertriebslinie Praktiker umstellen. Auf maximal 5.000 m² sollen 20.000 Artikel angeboten werden

Die Vertriebslinie Praktiker soll in Deutschland zu einem zu einem Discounter umgebaut werden. Das kündigte Armin Burger, der Vorstandsvorsitzende der Praktiker AG, auf einer Pressekonferenz an. Das Sortiment soll von 40.000 auf 20.000 Artikel reduziert werden, die Verkaufsflächen sollen künftig maximal 5.000 m² betragen. Ein Pilotmarkt soll schon am kommenden Mittwoch, 2. Mai, in Neumünster eröffnet werden. Das neue Konzept sieht ein Sortiment mit den gängigsten Verbrauchsartikel in allen baumarktrelevanten Segmenten vor, nicht jedoch Sortimentsgruppen wie Gardinen, Teppichböden, Küchen und Möbel. In vielen Anwendungsbereichen soll es nur noch einen oder zwei Artikel geben. Über das Standardangebot hinaus sollen deutlich mehr Saisonartikel angeboten werden. Außerdem sind häufige Sonderaktionen mit sortimentsfremden Artikeln „zu Bestpreisen“ beispielsweise aus dem Bereich der Consumer-Elektronik geplant. Mit diesem Konzept will man „auch ohne Rabatte und Streichpreise wettbewerbsfähig“ sein. „Wenn man schon eine Zwei-Marken-Strategie fährt, dann liegen die Chancen der beiden Marken nicht in der Konvergenz, sondern in der Divergenz, also im Kontrast“, begründete Burger die neue Strategie. Der ehemalige Aldi-Manager bescheinigte dem Unternehmen, das er jetzt führt, dass es mit dem „Easy to shop“-Konzept schon einmal auf dem richtigen Weg gewesen sei. Seiner Einschätzung zufolge hängt der Erfolg eines solchen Konzepts von der Konsequenz in der Umsetzung ab. „Discount heißt: Man muss ein sehr präzises Produktsortiment bestimmen, und Sie müssen die richtigen Qualitäten vor allem auch bei den Eigenmarken beschaffen können“, sagte Burger. „An diesem Problem sind bisher alle Konzepte gescheitert. Aber gehen tut’s.“
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