Vom Panzer zum Hämmerchen

24.06.2013
Schützenpanzer gekauft und zerstört: Hornbach hat Hämmer aus einem echten Panzer hergestellt und damit ein Friedensgerät geschaffen

Hornbach wollte Handwerkern und Heimwerkern einen besonderen Hammer bieten, den es so noch nicht gab: einen Hammer aus echtem Panzerstahl. Deshalb wurde am 21. Dezember letzten Jahres ein tschechischer BMP-1-Schützenpanzer, Baujahr 1984, gekauft, ein 13,5 t schweres Kettenfahrzeug, das ehemals in der tschechischen Volksarmee im Einsatz war. In der Panzerwerkstatt Heyse in Steinhövel (Brandenburg) wurde dieser dann im Februar mit 3.030° C heißen Schweißbrennern zerlegt. Die Einzelteile wurden anschließend im Stahlwerk Silbitz Guss in Thüringen in einem 3,5-Tonnen-Lichtbogenofen bei 1.700° C eingeschmolzen. Dabei kam ein glühender 8,5 t schwerer Rohblock heraus, der bei den Deutschen Edelstahlwerken in Krefeld und Siegen zu Stangenware geschmiedet und gewalzt wurde. Geschnitten in 21 cm lange Stahlstifte, war dies das Ausgangsmaterial für die eigentliche Hammerproduktion bei Picard in Wuppertal. Die Stahlstifte wurden hier auf 1.270° C erhitzt und mit einem 1.080 kg-Schmiedehammer zu Hammerrohlingen gestanzt. In 20 weiteren Arbeitsschritten entstanden 500 g schwere Hammerköpfe. Am Ende waren sechs Spezialfirmen an der Herstellung des Hammers beteiligt. Kopf und Stiel entsprechen der Deutschen Industrienorm für Schlosserhämmer. Das Ergebnis: Insgesamt wurden 7.000 Hämmer produziert, jeder nummeriert und verpackt in einer Box, auf welcher der gesamte Herstellungsprozess beschrieben und bebildert ist. Der Hammer ist ab dem 6. Juli in den Hornbach-Märkten und online erhältlich.
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