Rund 590 Mio. m² Einzelhandelsfläche sind in der EU-28 aktuell vorhanden. Stetige Innovationen aus dem Bereich der Digitalisierung verändern jedoch kontinuierlich den Alltag. Wie viele Einzelhandelsflächen und -formate werden daher künftig noch gebraucht?Catella Research prognostiziert einen Flächenrückgang von rund zehn Prozent. Technologische Innovationen und die zunehmende gesellschaftlichen Prägung durch die Digital Natives, argumentieren die Marktforscher, werden die Definition des Einkaufens bis 2030 stark verändern. Kundenorientierung, Transparenz, Festivalisierung und "Shoppen im Vorrübergehen" werden die zukünftigen Schwerpunktthemen darstellen, so die Catella-Analysten im aktuellen Market Tracker Juni 2016."Es ist nicht zu leugnen, dass Digitalisierung und demographischer Wandel zu veränderten Nachfragemustern und zu einer Reduktion der Ladenflächen führen werden", sagt Dr. Thomas Beyerle, Head of Group Research bei Catella.Hochentwickelte Märkte mit einer hohen Ausstattung an Verkaufsflächen pro Kopf bei relativ geringer Flächenproduktivität, wie beispielsweise Deutschland mit 1,46 m², die Niederlande mit 1,62 m² oder Österreich mit 1,74 m², würden ein relativ hohes Risiko für Schrumpfungsprozesse bergen. Catella prognostiziert, dass in Europa im Jahr 2030 noch 510 bis 550 Mio. m² Einzelhandelsflächen vorhanden seien, also rund zehn Prozent weniger. Besonders Fachmarktzentren und Discounter an nicht integrierten Lagen würden eine erhebliche Verringerung der Gesamtfläche erfahren. Pop-Up Stores und LM-Vollsortimenter hingegen werden möglicherweise expandieren können. In jedem Fall würden ländliche Räume zunehmend unter Druck geraten, während Zentren ihre grundlegende Funktion behalten würden, so die Analysten weiter.