Reportage im „Stern“

Stiftung fordert strengere Regeln für Pflanzenschutz in Hausgärten

Zur Recherche fuhren Mitglieder der Aurelia Stiftung mit "Stern"-Reportern auch nach Polen in ein grenznahes Gartencenter.Bildunterschrift anzeigen
Zur Recherche fuhren Mitglieder der Aurelia Stiftung mit "Stern"-Reportern auch nach Polen in ein grenznahes Gartencenter.
01.08.2019

Nach Recherchen der Aurelia Stiftung wenden Hobbygärtner Pestizide häufig falsch und ohne nötige Sachkenntnis an, kommen Baumärkte ihrer Informationspflicht nicht nach und sind in Onlineshops längst verbotene Mittel weiter erhältlich. Die Stiftung hat berechnet, dass pro Hektar Haus- und Kleingarten jährlich rund 6,7 Kilogramm Pflanzenschutzmittel verkauft werden. Im Vergleich: Auf landwirtschaftlich genutzten Flächen sind es 5,2 Kilogramm. Für die Recherchen war man gemeinsam mit einem Reporter-Team des Magazins "Stern" in Berliner Haus- und Kleingärten unterwegs, hat Testkäufe in Baumärkten (darunter Hellweg, Bauhaus, Globus, Obi und Hornbach) und Gartencentern (Der Holländer) sowie bei diversen Onlinehändlern (darunter Ebay und Amazon) getätigt und hat dabei auch die gesetzlich vorgeschriebene Beratung durch die Verkaufsstellen unter die Lupe genommen.
In fast allen Fällen offenbarten sich grobe Defizite beim Verkauf und der Kundenberatung, zu der Verkäufer von Pflanzenschutzmitteln eigentlich gesetzlich verpflichtet sind. Die allgemeine Informationspflicht der Verkaufsstellen wurde fast immer missachtet, das anwesende Verkaufspersonal verfügte in keinem einzigen Fall über das nötige Fachwissen, um eine sachgerechte Beratung zu gewährleisten. Auch auf Nachfrage wurden keinerlei Hinweise zum Anwenderschutz, zur Umweltverträglichkeit, Lagerung oder Entsorgung gegeben. Nur in Einzelfällen wurden umweltschonende Maßnahmen oder Mittel als Alternativen zu chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln vorgestellt. Im Gegenteil: Teilweise wurde sogar ausdrücklich zum präventiven Einsatz chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel geraten. Die gemachten Erlebnisse sind in einer Reportage im Magazin "Stern" (Ausgabe 31/2019) nachzulesen.
Die Aurelia Stiftung (2015 gegründet) engagiert sich politisch für den Bienenschutz. Die Stiftung ist eine Ausgliederung von "Mellifera", einem 1986 gegründeten gemeinnützigen Verein.
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