Einzelhandel bricht im März ein

Minus 17 Prozent bei Einrichtung, Haushaltsgeräten und Baubedarf

Die reale Umsatzentwicklung im Einzelhandel seit 2013 laut Destatis.Bildunterschrift anzeigen
Die reale Umsatzentwicklung im Einzelhandel seit 2013 laut Destatis.
30.04.2020

Aufgrund der Geschäftsschließungen in der Corona-Krise sind die Umsätze in einzelnen Einzelhandelsbranchen im März 2020 stark eingebrochen, meldet das Statistische Bundesamt (Destatis). Gleichzeitig sorgte die starke Nachfrage nach Gütern des täglichen Bedarfs zu erhöhten Umsätzen in anderen Bereichen, etwa in Supermärkten und Apotheken.
Insgesamt setzten die Einzelhandelsunternehmen in Deutschland im März 2020 nach vorläufigen Ergebnissen real 2,8  Prozent und nominal 1,5 Prozent weniger um als im März 2019. Beide Monate hatten jeweils 26 Verkaufstage. Kalender- und saisonbereinigt war der Umsatz im März 2020 im Vergleich zum Februar 2020 real um 5,6 Prozent und nominal um 5,7 Prozent niedriger. Das ist der stärkste Umsatzrückgang gegenüber einem Vormonat seit dem Januar 2007.
Stark betroffen war auch der Einzelhandel mit Einrichtungsgegenständen, Haushaltsgeräten und Baubedarf. Sein Umsatz ist um real 17,4 Prozent eingebrochen. Für das erste Quartal ergibt sich damit ein Minus von 3,4 Prozent.
Im Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln insgesamt fielen die Umsätze im März 2020 im Vergleich zum Vorjahresmonat real um 10,1 Prozent, nachdem sie im Februar 2020 noch um real 5,6 Prozent zum Vorjahresmonat gestiegen waren. Dies ist der stärkste Umsatzrückgang im Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1994. Den größten seit 1994 gemessenen Umsatzeinbruch in einer Branche des Einzelhandels verzeichnete der Einzelhandel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren mit real -52,6 Prozent gegenüber März 2019.
Das größte Umsatzplus mit real 13,4 Prozent erzielte der Internet- und Versandhandel, wobei hier Veränderungsraten dieser Größenordnung nicht ungewöhnlich und somit nicht ausschließlich auf einen Sondereinfluss der Corona-Pandemie zurückzuführen sein dürften, meinen die offiziellen Statistiker.
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