Gemischtes Bild im September

Corona beeinflusst weiterhin Käuferverhalten in Europa

Deutschland ist klarer Spitzenreiter unter den fünf untersuchten Ländern. 
Deutschland ist klarer Spitzenreiter unter den fünf untersuchten Ländern. 
16.10.2020

In den vergangenen sechs Monaten seit dem Ausbruch der Pandemie war in Europa ein starker Rückgang der Anschaffungsneigung (ab April) mit anschließender Erholung zu beobachten, im September ergab sich ein eher verhaltenes und gemischtes Bild. Das zeigen Ergebnisse der GfK-Studie Euro Climate vom September 2020. Die Anschaffungsneigung ist ein Stimmungsindikator. Sie zeigt, inwieweit die Verbraucher es derzeit für ratsam halten, größere Anschaffungen zu tätigen.

Deutschland

Die Kauflust in Deutschland hat sich nach dem starken Einbruch im April deutlich erholt – das Vorkrisenniveau konnte jedoch noch nicht erreicht werden. Nach dem Ende des Lockdowns nahmen die Ausgaben rasch wieder zu. Umfangreiche staatliche Konjunkturpakete verhinderten einen Einbruch des Arbeitsmarktes. Dies wiederum stabilisierte den Konsum. Deutschland ist und bleibt klarer Spitzenreiter unter den untersuchten fünf größten EU-Ländern.

Italien

Der Indikator für die Ausgabebereitschaft stieg in Italien an, im Vorjahresvergleich ist er leicht gesunken. Der Indikator hat sich im Sommer erholt und das Vorkrisenniveau fast wieder erreicht. Derzeit ist der Anstieg der Infektionszahlen in Italien noch recht moderat. Neben dem disziplinierten Verhalten der Bürger hat dies laut GfK ebenfalls zu der positiven Entwicklung beigetragen.

Frankreich

Nach dem Schock durch das Coronavirus im April erfuhr die Anschaffungsneigung der Franzosen im Frühsommer eine starke Erholung. Derzeit stagniert der Indikator. Im Vorjahresvergleich ist er gesunken. Die Angst vor Arbeitsplatzverlust wächst, was wiederum die Verbraucherstimmung drückt. Ein weiterer negativer Faktor ist jüngst der deutliche Anstieg der Neuinfektionszahlen in Frankreich.

Spanien

Die Anschaffungsneigung in Spanien stieg im September im Vergleich zum Vormonat an, liegt aber noch unter dem Vorjahreswert. Schon vor der Corona-Krise verzeichnete das Land die geringste Konsumneigung der fünf größten EU-Länder. Infolge der Finanz- und Wirtschaftskrise hatte es mit sehr hoher Arbeitslosigkeit zu kämpfen.

UK

Die Verbraucher im Vereinigten Königreich zeigen unter den fünf größten EU-Ländern derzeit die schwächste Konsumneigung. Auch im Vorjahresvergleich schneidet UK am schlechtesten ab. Dazu kamen die schweren Auswirkungen der Pandemie. Die Einschränkungen haben das Wirtschaftsleben stark beeinträchtigt. Im April und Mai brach die Konsumneigung deutlich ein. Die anschließende Erholung des Indikators fiel jedoch nur bescheiden aus. Zusätzlich wirkte sich die Unsicherheit durch den Brexit negativ auf die Verbraucherstimmung aus.

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