Baugenehmigungen in Deutschland

Minus bei neuen Einfamilienhäusern, Zwei- und Mehrfamilienhäuser im Plus

Die Zahlen stimmen düster - zumindest mit Blick auf die Baumärkte, für die der Bau von neuen Einfamilienhäusern eine wichtige Einnahmequelle ist. (Quelle: Pexels)
Die Zahlen stimmen düster - zumindest mit Blick auf die Baumärkte, für die der Bau von neuen Einfamilienhäusern eine wichtige Einnahmequelle ist. 
18.08.2022

Im Juni 2022 ging laut dem Statistischen Bundesamt (Destatis) die Zahl der Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser in Deutschland im Vergleich zum Vorjahresmonat um 17,0 Prozent (8.583) auf 41.765 zurück. Bei den Zweifamilienhäusern stieg die Zahl genehmigter Wohnungen um 1,6 Prozent (254) auf 16.622 und bei den Mehrfamilienhäusern um 7,8 Prozent (7.179) auf 99.755.

Insgesamt wurden von Januar bis Juni 2022 in neu zu errichtenden Wohngebäuden 161.177 Wohnungen genehmigt. Das waren 2,1 Prozent oder 3.425 Wohnungen weniger als im Vorjahreszeitraum. Saison- und kalenderbereinigt nahm die Zahl der Baugenehmigungen im Juni 2022 im Vergleich zum Vormonat um 1,3 Prozent ab.

IG BAU-Chef Feiger spricht von Alarmsignal

Der Bundesvorsitzende der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU), Robert Feiger, sieht den Schwund bei Baugenehmigungen als Alarmsignal und warnt vor diesem Hintergrund vor einer „bequemen Lethargie“ in der Immobilienwirtschaft. Der Staat dürfe den Wohnungsbau nicht im Stich lassen, ist er überzeugt. Er müsse großen privaten Wohnungsunternehmen in die Pflicht nehmen und kommunale, genossenschaftliche und kirchliche Wohnungsunternehmen in die Lage versetzen, Wohnungen zu bauen. 

„Von einem günstigen Bau-Klima kann seit Monaten keine Rede mehr sein. Trotzdem erlebt Deutschland einen enormen Zuzug und eine nach wie vor große Wohnungsnot. Die Schaffung von neuem Wohnraum muss deshalb der Situation angepasst werden. Wir brauchen Alternativen zum Neubau. Konkret geht es darum, den Umbau und die Dachaufstockung voranzubringen – mit einem Baurecht, das dies ermöglicht“, betont er. Auch der Umbau von Nicht-Wohngebäuden zu Wohnungen biete große Chancen: Er brauche deutlich weniger Material und sei deutlich kostengünstiger als ein Neubau. 

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