Fahrradhersteller

Beschaffungsprobleme und Cyberangriff verursachten Insolvenz bei Prophete

Prophete ist ein Anbieter rund ums Fahrrad. (Quelle: Prophete)
Prophete ist ein Anbieter rund ums Fahrrad. 
30.01.2023

Der Fahrradhersteller Prophete GmbH & Co. KG hat Insolvenz angemeldet. Dafür gibt es laut dem vorläufigen Insolvenzverwalter Manuel Sack zwei Gründe: „Es hat erhebliche Probleme in der Beschaffung gegeben, was sich wiederum auf Absatz und Umsatz ausgewirkt hat. Bestimmte Komponenten zur Fertigstellung der Fahrräder, die überwiegend von Lieferanten aus Fernost kommen, sind nicht rechtzeitig und nicht in ausreichender Menge verfügbar gewesen. Hohe Lagerbestände haben weitere Kosten verursacht. Am 25. November 2022 wurde Prophete zudem Opfer eines Cyberangriffs. Dieser führte dazu, dass für rund drei Wochen keinerlei Produktion, Rechnungstellung und Auslieferungen erfolgen konnten. Die dadurch entstandenen Verluste wollte niemand mehr tragen.“

Der Cyberangriff sei von der Geschäftsführung sofort dem Landeskriminalamt und der zuständigen Datenschutzbehörde gemeldet worden, so Sack in einer Stellungnahme. Zu Details des Angriffs äußere sich Prophete aufgrund der laufenden Ermittlungen und Untersuchungen nicht.

Prophete stellte am 20. Dezember 2022 beim Amtsgericht in Bielefeld einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Das Gericht entsprach dem Gesuch und bestellte den Rechtsanwalt Manuel Sack, Partner in der Kanzlei Brinkmann & Partner, zum vorläufigen Insolvenzverwalter für Prophete sowie für die SI-Zweirad-Vertriebsgesellschaft mbH und die Cycle-Union GmbH.

Die Auszahlung der Löhne und Gehälter an die bei den drei Gesellschaften tätigen rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für Dezember 2022 bis Februar 2023 solle kurzfristig über eine Insolvenzgeld-Vorfinanzierung gesichert werden, teilten die Verantwortlichen mit.

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