Der Umsatz im Markt für Einrichten und Wohnen ist im ersten Halbjahr 2026 um 5,0 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gesunken. Das liege allerdings nicht an fehlender Nachfrage, heißt es in der Auswertung des Verbraucherpanels, das das Marktforschungsunternehmen Yougov unter dem Namen „Yougov Shopper“ erhebt. Demnach ist die Zahl der Käuferhaushalte um 0,9 Prozent gestiegen, die Käuferreichweite von 87,3 auf 87,7 Prozent. Die Haushalte haben sogar 7 Prozent häufiger eingekauft. Pro Einkauf haben sie mit durchschnittlich 39 Euro allerdings weniger ausgegeben als im Vergleichszeitraum.
Fast der gesamte Umsatzrückgang geht auf das Konto der Möbel (inklusive Küchen, Matratzen und Lattenroste): minus 12 Prozent. Dabei ist die Zahl der Möbelkäufer sogar um 5 Prozent gewachsen. Die Haushalte würden jedoch deutlich preiswerter kaufen, getrieben von starken Rabatten im Handel und einem „Downgrading“ hin zu günstigeren Marken und Varianten, heißt es bei Yougov.
Die Gewinner sind die kleineren Anschaffungen. Textilien für Haus und Heim sind im Umsatz um 9 Prozent gewachsen, vor allem Teppiche, Badtextilien und Bettwäsche. Gardinen und Teppichböden haben dagegen verloren. Haushaltswaren haben um 6 Prozent zugelegt, angeführt von elektrischen Haushaltshelfern, Wassersprudlern und -filtern, Vorratsbehältern sowie Messern und Besteck.
Fachhandel unter Druck, LEH und Nonfood-Discounter legen zu
Die Ausgabenverschiebung verändert auch die Gewichte zwischen den Vertriebskanälen. Der Markt verliert sowohl online als auch stationär Umsatz, in beiden Fällen getrieben durch die Möbel. Am stärksten trifft das den Einrichtungsfachhandel. Mit seinem stationären Geschäft bleibt er mit 46 Prozent Marktanteil zwar der wichtigste Kanal, verliert aber Umsatz gegenüber dem ersten Halbjahr 2025. Auch das liegt nicht am Interesse der Kundschaft: 14,5 Millionen Haushalte haben im ersten Halbjahr 2026 im Einrichtungsfachhandel eingekauft, 8,8 Millionen davon Möbel, ein deutliches Plus gegenüber dem Vorjahr. Die hohen Rabatte der Branche schlagen sich jedoch im Umsatz nieder.
Zu den Gewinnern im Bereich Einrichten und Wohnen zählen der Lebensmitteleinzelhandel (inklusive SB-Warenhäuser, Discounter und Drogeriemärkte) und die Nonfood-Discounter wie Action, Tedi oder Woolworth. Sie spielen bei großen Möbeln kaum eine Rolle, gewinnen aber vor allem bei Haushaltswaren an Stärke. Zusammen haben diese beiden Kanäle im ersten Halbjahr 2026 bereits 42 Prozent des Umsatzes mit Haushaltswaren erzielt.












