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Hochwasser drückt die Nachfrage

Der Markt für Fenster in Österreich und Deutschland ist nach wie vor rückläufig. Erhoffte Wachstumsimpulse durch den Wiederaufbaubedarf in den Hochwassergebieten werden durch die lahmende Konjunktur und die laufend nach unten revidierten Wirtschaftsprognosen geradezu weggeschwemmt

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Der Markt für Fenster ist in Österreich und Deutschland seit 1997 rückläufig. Jedes Jahr sinkt die Zahl der in diesen Märkten abgesetzten Fenster. Der deutsche Markt hat, laut Inter-Connection, Wien, allein in den letzten zwei Jahren über 27 Prozent an Menge verloren.
Etwaige Hoffnungen auf eine spürbare Marktbelebung durch den Wiederaufbaubedarf in den vom Hochwasser betroffenen Gebieten dürften sich wohl nicht erfüllen. Der Neubaubereich reagiert sehr träge auf kurzfristige Marktveränderungen. „Gebaut wird jetzt, was vor zwei bis drei Jahren genehmigt worden ist“, erklärt der Fenstermarktexperte der Inter-Connection Consulting Group, Martin Bergant. Erschwerend kommt hinzu, dass in einigen Ländern bereits Bestrebungen im Gange sind, die Bebauung in hochwassergefährdeten Gebieten einzudämmen und teilweise sogar bereits erteilte Baugenehmigungen zu widerrufen sowie Bauland durch Rückwidmungen wieder in Grünland zu verwandeln. Allgemein ist zu erwarten, dass bei der Erteilung von Baugenehmigungen in Zukunft noch restriktiver vorgegangen wird.
Das Renovierungssegment reagiert im Gegensatz zum Neubau wesentlicher schneller auf externe Ereignisse. Hier wird in den nächsten Tagen und Wochen noch das eine oder andere zusätzliche Fenster über den Ladentisch gehen. „Allerdings wird diese Entwicklung nicht allzu lange anhalten“, so Bergant, „was bis zum Einbruch des Winters nicht renoviert ist, wird wohl kaum dringend gebraucht werden.“
Wesentlich mehr Bedeutung für die Entwicklung des Renovationsmarktes (der in Deutschland und Österreich schon rund 52 bzw. 57 Prozent des Fenstergesamtmarktes ausmacht) haben die Konjunkturlage, die Einkommensentwicklung der privaten Haushalte sowie die Schaffung von steuerlichen Anreizen durch den Gesetzgeber. Und in allen diesen drei Bereichen sieht es momentan für Deutschland und Österreich nicht sehr rosig aus.
In Summe rechnet Inter Connection mit einem zusätzlichen, konjunkturbedingten Mengenrückgang am Fenstermarkt von etwa drei bis vier Prozent bis 2004 in Österreich und Deutschland (ca. 690.000 Fenster), vorausgesetzt natürlich, die ohnehin schon gedämpften Konjunkturprognosen müssen nicht noch einmal massiv nach unten korrigiert werden.
Schlechtes Jahr 2001
2001 war für den deutschen Fenstermarkt das schlechteste Absatzjahr seit mehr als zehn Jahren. Insgesamt musste ein neuerlicher mengenmäßiger Rückgang um 12,8 Prozent auf rund 18,5 Millionen Einheiten gegenüber dem Vorjahr hingenommen werden. Besonders schmerzhaft war für…
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