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Ein Virus ist wieder auf dem Vormarsch

Baumärkte sind mit einem neuen Käuferverhalten konfrontiert - spielerisch, wählerisch und abenteuerlustig

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Der Smart Shopping-Virus ist erneut ausgebrochen in Deutschland. Von vielen Marketing-Verantwortlichen wird er allerdings als solcher nicht erkannt – vielmehr spricht man von „Käuferstreik“, der irgendwie mit der Euro-Einführung und der schlechten wirtschaftlichen Situation zu tun haben soll. Der Verbraucher, so viele Verbandssprecher, habe das mit der vermeintlichen Inflation nicht richtig verstanden. Die Marketing-Strategien, die derzeit gefahren werden, fokussieren fast ausschließlich auf den Preis. Nur so, meint man, lockt man die kaufunlustigen Kunden wieder ins Geschäft.
Diese Reaktion ist ebenso gefährlich wie falsch. Wer vordergründig mit Preisargumenten kommt, fördert Preis-Fixierung seitens der Verbraucher – eine Spirale nach unten ist vorprogrammiert. Diese ruinöse Art des Handelns beflügelt nur die Discounter – fast alle anderen Marktteilnehmer leiden darunter. Wer effektiv und profitabel mit der neuen Stimmung umgehen will, muss sich mit der Psychologie des „neuen“ Smart Shopping auseinandersetzen. Folgendes hierzu aus einer neuen Konsumklimauntersuchung, die die Düsseldorfer Marketing-Insight Agentur Brand:New! im April und Mai dieses Jahres durchgeführt hat.
Spaß beim Einkauf haben und gleichzeitig Geld sparen – darüber freuen sich die Kunden.
Richtig ist sicherlich, dass Frustgefühle und latente Aggression auf breiter Basis stark zu spüren sind. Diese sind sehr oft auf  stark empfundene Hilflosigkeit und Kontrollverlust zurückzuführen.
Viele Verbraucher fühlen sich zudem permanent unfair behandelt – am Arbeitsplatz sowie von Restaurant- und Kneipenbesitzern, die ihre Preise unverschämt erhöht haben. Fairness wird vermisst.
Menschliche Werte – Solidarität, Offenheit, Freundlichkeit – stehen dagegen hoch im Kurs.
Traditionelle Warenwerte wie Qualität, Langlebigkeit und Zuverlässigkeit haben an Bedeutung verloren – man akzeptiert Abstriche, wenn der Preis stimmt.
Das wichtigste Ergebnis der Untersuchung betrifft jedoch die Einstellung zum Sparen generell und zu den Discountern. 82 Prozent der Befragten bestätigten, sie hätten in den letzten Monaten mehr bei Discountern eingekauft. 70 Prozent stimmten auch zu, dass sie bei den Artikeln des täglichen Bedarfs eher sparen wollten.
Gleichzeitig waren sich 69 Prozent sicher, dass das Einkaufen nach wie vor Spaß machen sollte. Auch in den begleitenden Gruppengesprächen wurde immer wieder festgestellt, dass die Freude am Einkaufen nach wie vor hoch im Kurs steht – wenn auch auf niedrigerem Preisniveau. Vor…
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