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Die EnEV zielt auf die Gesamtbilanz

Bald wird in Immobilienanzeigen so selbstverständlich mit dem Energieverbrauch von Häusern und Wohnungen geworben wie heute mit den Energie-Effizienzklassen bei Kühlschränken und Waschmaschinen. Denn am 1. Februar 2002 trat die lang diskutierte Energieeinsparverordnung (EnEV) in Kraft. Hier ein Überblick über die Bestimmungen und ihre Auswirkungen

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Die EnEV in Kürze
Titel der Bundesverordnung: "Verordnung über energiesparenden Wärmeschutz und energiesparende Anlagentechnik bei Gebäuden (Energieeinsparverordnung – EnEV)"
Verabschiedung EnEV am 16.11.2001 durch den Bundestag nach jahrelanger Diskussion in verschiedenen Gremien und Verbänden
Bündelung der derzeit geltenden Wärmeschutzverordnung von 1995 und der Heizanlagen-Verordnung von 1998
In-Kraft-Treten der EnEV am 1. Februar 2002
Neubau
Ab dem 01.02.2002 gelten folgende Bestimmungen:
Niedrigenergiehaus ("Sieben-Liter-Haus") wird Standard
Senkung des maximal zulässigen Heizenergiebedarfs um durchschnittlich 30 Prozent
Berechnung basiert auf der Gesamtbilanz des Heizenergiebedarfs
Einführung eines Energiebedarfsausweises
Gebäudebestand
Bis zum 31.12.2006 müssen folgende Auflagen erfüllt sein:
Austausch von Gas- und Öl-Heizkesseln von vor 01.10.1978 (bei Erneuerung des Brenners nach dem 01.11.1996 Austausch bis 31.12.2008)
Dämmung von Wärmeverteilungs- und Warmwasserleitungen sowie von Armaturen in nicht beheizten Räumen
Dämmung zugänglicher, nicht ausbaufähiger oberster Geschossdecken von beheizten Räumen
Größtmögliche Verbesserung der energetischen Qualität eines Hauses bei Modernisierungsmaßnahmen
Informationen zur EnEV, zu Fördermöglichkeiten und energieeffizientem Bauen bei der Deutschen Energie Agentur (dena) unter www.deutsche-energie-agentur.de
Ökonomisch und ökologisch sinnvoll
Für Neubauten wurde der so genannte Niedrigenergiehaus-Standard zur Regel, und auch im Altbaubestand werden beträchtliche noch bestehende Einsparpotenziale aktiviert. Bauprodukte, die für eine effektive Dämmung sorgen, gewinnen damit an Bedeutung. Insgesamt soll durch das neue Regelwerk der Verbrauch von Öl, Gas und Strom nachhaltig reduziert und der CO2-Ausstoß wirksam verringert – ein ökologisch wie ökonomisch sinnvolles Ziel.--nextpage--
WSVO: Die Ahnen der EnEV
Dass der Umweltschutz nicht bei der Verwendung von FCKW-freiem Haarspray und sparsamen Halogenlampen aufhört, sondern schon lange auch ein Thema für Hausbesitzer und Bauherren ist, zeigt ein Blick auf die Vorläufer der EnEV. Die erste Wärmeschutzverordnung (WSVO) für die Bundesrepublik Deutschland trat vor über 20 Jahren, im August 1977, in Kraft. 1978 folgte eine Verordnung für umweltgerechtere Heizungsanlagen. Beide Verordnungen wurden im Laufe der Jahre mehrfach novelliert.
Auch international gewann der Umweltschutz an Bedeutung, wie zuletzt die Diskussionen und Beschlüsse auf dem Weltklimagipfel 2001 in Bonn zeigten. Die…
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