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Kundenzufriedenheit im Gartencenter

Kritische Anmerkungen eines nicht ganz neutralen Beobachters zum Thema „Fachkompetenz oder Gemischtwarenläden?“ – Teil 2

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Ende der 70er Jahre, als die ersten Gartencenter an Baumärkte angebaut wurden, griff man zur Architektur der Gewächshäuser, um den Kunden Kompetenz bei Pflanzen zu demonstrieren. Für den Verkauf von Pflanzen hat sich diese Gebäudeform bis heute bewährt (obwohl IKEA und andere zeigen, dass es auch ohne Gewächshaus geht).
Ein Eindruck aus dem Obi-Garten-Paradies in Friedrichshafen, dem ersten Feng-Shui-Markt der Wermelskirchener.
Im Zuge der Flächenexpansion der Baumärkte in den 90er Jahren wurden auch die Gartencenter/Gewächshäuser immer größer und höher. Die Flächen- und Raumnutzung durch Pflanzen blieb dagegen bescheiden. Fläche und Raum wurden mit anderen Produkten gefüllt. Haushohe Schwerlastregale mit Paletten von Pflanzgefäßen oder Unmengen von Rasenmäherkartons trugen die Lagerhausoptik aus dem Baumarkt teilweise auch in die Gartencenter. Die schönen Pflanzen blieben dabei auf der Strecke. Hohe Hallen für niedrige Ware und viel Dekoration in der Luft – eine teure Lösung.
Plötzlich tauchte auch die Gartentechnik wie Rasenmäher, Gartenwerkzeuge und Pumpen im Gewächshaus auf. Bisher im Baumarkt bei Maschinen und Werkzeugen zugeordnet (was aus der Tradition des Eisenwarenhandels sehr sinnvoll war), sollten jetzt Floristen und Gärtner den Kunden technische Geräte verkaufen. Die Antwort auf die Frage: „Gehört die Kettensäge in die Maschinenabteilung oder in den Garten?“ ist immer noch offen.
Der gleichmachenden Lagerhausoptik, die im Baumarkt durch die Vergewaltigung der Ware in haushohen Schwerlastregalen gelang, hat sich das Gartencenter bis heute erfolgreich widersetzt. Deshalb sehen Baumärkte meistens ordentlich und Gartencenter fast immer chaotisch aus. Das Gartencenter verlangt eine individuelle, warentypische Darstellung und Regalierung für jeden Produktbereich. Neue Konzepte und Ideen dazu warten auf ihre Umsetzung.
Die Mitarbeiter
Die Frage nach den richtigen Mitarbeitern für ein Gartencenter wird seit Jahrzehnten heiß diskutiert. Betrachtet man die Vielfalt der heutigen Sortimente und die Individualität der Kundenwünsche, so kann die Lösung nur lauten: Wir benötigen die gleiche Vielfalt und Individualität auch bei den Mitarbeitern. Im Gartencenter von heute mit saisonalen Höhe- und Tiefpunkten, mit häufigen Produktwechseln, mit Spitzen-Wochenenden und langen verregneten Wochen, mit immer neuen Trends, Entwicklungen und Kundenwünschen scheitert jeder klassische Personaleinsatzplan und jede traditionelle Personalpolitik. Hier sind neue Konzepte und…
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