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Darum in die Ferne schweifen

Der deutsche Marktführer geht davon aus, dass er weniger umsetzen wird – zu Hause. Im Ausland ist die Baumarktwelt noch in Ordnung

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„Wir sind zum ersten Mal in der Situation, dass wir zurückplanen müssen“, formuliert Aufsichtsratschef Manfred Maus. Den erwarteten Rückgang auf dem deutschen Markt für 2003 beziffert er mit zwei Prozent. Betroffen sind vor allem die Märkte im Osten.
Doch der Obi-Chef demonstriert Gelassenheit: Schließlich liefern die Auslandsmärkte weiterhin positive Wachstumszahlen. In fünf Jahren soll ihr Anteil die Hälfte des gesamten Umsatzes ausmachen. Derzeit beträgt die Auslandsquote 27 Prozent.
Dafür nimmt man neue Expansionsziele ins Visier. Außer dem Markteinstieg in Russland will Obi noch in diesem Jahr als weite-ren neuen Markt Bosnien erschließen. Im März ist die Eröffnung eines ersten Baumarktes mit Gartencenter in Sarajewo sowie ein zweiter Standort in Mostar geplant. Und während sich in China derzeit neun Obi-Outlets im Bau befinden, denkt man in Wermelskirchen längst weiter. Indien beispielsweise und Vietnam findet Manfred Maus „hochinteressant“.
Noch ein Marktführer bei der Großfläche
Da ist der Boden der deutschen Tatsachen weniger angenehm. „Overstored und undermanaged“ fasst der Obi-Gründer die Situation zusammen. Um wieder gesunde Verhältnisse zu haben, müssten 20 Prozent der Verkaufsfläche vom Markt genommen werden, findet er. Dabei wächst auch bei Obi die durchschnittliche Marktgröße ungebremst und hat zum Jahresende 6.300 m² erreicht. Vorstandsvorsitzender Harald Lux sieht das Unternehmen als Marktführer auch bei den Großflächen – „auch wenn von anderer Seite anderes behauptet wird“: In der Größenklasse von 7.000 bis 10.200 m² verfügt Obi über 63 Standorte, und 50 Märkte sind größer als 10.200 m². Im Ausland werden 47 Märkte mit mehr als 7.000 m² gezählt.
Während im internationalen Geschäft die Umsätze insgesamt um 11,1 Prozent nach oben geschnellt sind und auf vergleichbarer Fläche ein Plus von 0,8 Prozent gelassen haben, sehen die Zahlen auf dem Heimatmarkt bescheidener aus. Hier gab es bei einem Baumarktumsatz von 3,5 Mrd. € zwar insgesamt einen Zuwachs um 1,8 Prozent, flächenbereinigt entspricht dies jedoch einem Verlust von 2,4 Prozent. Einschließlich der Standorte im Ausland haben die Obi-Märkte 4,8 Mrd. € (2001: 4,448 Mrd. €) umgesetzt. Die Zahl der Kundenbons ist um 4,1 Prozent gewachsen. In den vergangenen vier Jahren lag das Wachstum durchschnittlich bei sieben Prozent.
Den Gesamtumsatz der Gruppe unter dem Dach der Deutschen Heimwerker-Holding gibt das Unternehmen mit 5,8 Mrd. € an. Darunter fallen auch die Tochtergesellschaft Lux und das…
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