Darwin-Gartencenter
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Das zweite Darwin-Gartencenter hat im April 2014 im Süden der russischen Hauptstadt Moskau eröffnet. Die Sagaflor hat das Projekt beratend begleitet.

Rückblick

Warum in die Ferne schweifen

Die Gartencenterbetreiber haben in den vergangenen Jahrzehnten weitaus weniger Expansionsdrang gezeigt als die Baumarktgruppen.

Der Gartenmarkt ist dem Beispiel des DIY-Handels nicht gefolgt: Während die Baumärkte in den vergangenen 25 Jahren fleißig einen neuen Ländermarkt nach dem anderen erschlossen haben, haben die Gartencenter deutlich weniger Expansionswillen über die Grenzen hinweg gezeigt.
Hauptgrund für diese Entwicklung ist die Struktur des grünen Einzelhandels: Er ist weitgehend von inhabergeführten Stand-alone-Märkten geprägt. Möglichkeit und Notwendigkeit, eine Filiale im Ausland zu eröffnen, bestehen bei diesen Betreibern nicht in dem Maße wie bei großen Handelsgruppen.
Aber natürlich gibt es Ausnahmen. Die wichtigste ist Dehner. Die Gartencenter-Kette hat den Schritt über die Grenze 1996 getan und ein erstes Gartencenter in Österreich eröffnet. Aktuell betreibt Dehner dort neun seiner insgesamt 112 Standorte.
Der Versuch, in der Schweiz Fuß zu fassen, scheiterte. Stattdessen kooperiert Dehner dort seit 2011 mit Coop Bau+Hobby.Zahlenmäßig bedeutsamer ist das Engagement der Baywa in Italien; allerdings handelt es sich hier nicht um die Expansion einer Marke im klassischen Sinn. Die Baywa ist über ihre österreichische Beteiligung an der AFS (Austria Franchising Systeme) an deren italienischer Tochter IFS (Italian Franchise Systems) beteiligt, die sie 2008 zusammen mit der Landwirtschaftlichen Hauptgenossenschaft Südtirol (L. H. G.) gegründet hat. Unter den von der IFS betreuten Marken Gartenmarkt und Tutto Giardino gibt es derzeit 126 Standorte in Italien.
Auch die Kooperationen des Gartenhandels sind in nur geringem Umfang im Ausland tätig. So gehören zur Sagaflor Standorte in der Schweiz (19), in Österreich (13) und Tschechien (1). Die Eka­flor hat Mitglieder mit zwölf kleineren Gartencentern in Österreich. In Russland ist die Sagaflor in reinen Beratungsprojekten tätig geworden. So hat die Kooperation die Realisierung des Gartencenters Planeta Leta ("Planet Sommer") begleitet, das 2012 im Nordkaukasus eröffnet wurde. Ein weiteres Projekt war der zweite Standort des Gartencenterbetreibers Darwin, der 2014 in Moskau seine Pforten geöffnet hat.
Während der Expansionsdrang deutscher Gartencenterbetreiber im Ausland nur mäßig ausgeprägt bleibt, gab es auch umkehrt nur wenige Versuche ausländischer Unternehmen, hierzulande Fuß zu fassen. So hatte die österreichische Gartencenterkette Bellaflora in Bad Aibling  einen Markt, den sie allerdings 2010 aufgegeben hat.
Erst in diesem Jahr kam wieder Bewegung von außen in die Szene. Seit Januar 2015 ist die niederländische Franchisegruppe Intratuin mit zwei Gartencentern in Deutschland aktiv. Und sie verspricht, es nicht bei diesen zwei Standorten bewenden zu lassen.
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