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Karten sind im Kommen

Banken und Sparkassen drängen den Handel ins PIN-Verfahren. Die Baumärkte gehören zu den Einzelhandelssegmenten mit hohem Kartenanteil

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Mit einem Anteil von 64,9 Prozent ist der Prozentsatz, der im Einzelhandel in Form von Bargeld umgesetzt wird, im Jahr 2004 erneut gesunken. Gleichzeitig konnten kartengestützte Zahlungsverfahren von 30,5 Prozent auf 31,6 Prozent weiter zulegen.
Während das PIN-gestützte Electronic-cash-Verfahren der Deutschen Kreditwirtschaft dabei von 7,0 auf 8,6 Prozent gewachsen ist, wurde beim konkurrierenden, von den meisten Handelsunternehmen wegen seiner einfachen Handhabung, deutlich preiswerteren Konditionen und Schnelligkeit aber favorisierten unterschriftbasierten EC-Lastschriftverfahren erstmals ein leichter Rückgang von 17,3 auf 16,9 Prozent verzeichnet.
Das Kölner Euro-Handelsinstitut (EHI) führt den langsam beginnenden Favoritenwechsel innerhalb der Debitkartensysteme insbesondere auf steigende Aufwendungen beim EC-Lastschriftverfahren zurück. So mussten im vergangenen Jahr 0,4 bis 0,5 Prozent der Zahlungen nachverfolgt und sogar 0,12 Prozent des gesamten EC-Lastschriftumsatzes als uneinbringlich ausgebucht werden. Ein Jahr zuvor hatte die Ausfallquote noch unter 0,1 Prozent gelegen.
Verantwortlich dafür ist nicht zuletzt die lasche und undifferenzierte Kartenausgabepraxis vieler Kreditinstitute und die damit in engem Zusammenhang stehenden konjunkturell bedingten Zahlungsschwierigkeiten vieler Kunden. Die hohe Beitreibungsquote nach Rücklastschriften ist eindeutiges Indiz für ein Bonitätsproblem, während der Schaden durch missbräuchlich eingesetzte, gestohlene oder gefälschte Karten nach wie vor extrem gering ist.
Der von der Kreditwirtschaft begünstigte Favoritenwechsel zum Electronic-cash-System wird den deutschen Kreditinstituten einen wahren Geldsegen bescheren. Allein die Unternehmen des Einzelhandels müssen den Banken und Sparkassen nach Berechnungen des EHI von 2004 bis 2006 Gebühren von insgesamt rund 410 Mio. Euro überweisen - Tendenz stark steigend.
Immer mehr Handelsunternehmen berichten währenddessen von Ausfällen in der Verfügbarkeit der Autorisierungssysteme und zeitlichen Verzögerungen bei der Abwicklung von electronic cash. Mit dem Einstieg der Discounter Lidl und Aldi ins PIN-basierte Verfahren und dem verstärkten Einsatz von electronic cash in der Metro-Gruppe wird sich die Situation weiter verschärfen. Der EHI-Arbeitskreis "Kartengestützte Zahlungssysteme" fordert die Deutsche Kreditwirtschaft auf, Ihre Netzwerke und Rechnerkapazitäten dem massiv gestiegenen Zahlungsverkehrsvolumen anzupassen sowie die Gebühren aufgrund der jetzt mit dem…
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