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Moderater Schwund

Obwohl Deutschland in Europa im Vergleich die viertniedrigste Inventurdifferenz aufweist, belaufen sich die Verluste des Einzelhandels immer noch auf 4,9 Mrd. €.

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Weltweit belaufen sich die Kosten durch Warenschwund auf 72,424 Mrd. €. In Europa entstehen dem Einzelhandel, laut einer Studie des Centre for Retail Re-search (Nottingham, Großbritannien), dadurch insgesamt 29,285 Mrd. €. Gemessen am Einzelhandelsumsatz beträgt die durchschnittliche Schwundrate 1,26 Prozent, was einen leichten Anstieg zum Vorjahr darstellt (2006: 1,24 Prozent). Ein ähnliches Bild zeigt sich in Deutschland: Mit 1,1 Prozent wird hier zwar laut der Studie die viertniedrigste Schwundrate gemessen, im Vorjahr (1,07 Prozent) fiel diese aber um 2,8 Prozent niedriger aus. Insgesamt belasten die Inventurverluste den deutschen Einzelhändler mit 4,9 Mrd. €. Die niedrigsten Schwundraten haben Österreich (0,94 Prozent), die Schweiz (0,96 Prozent) und Island (ein Prozent). Am meisten wird in den Baltischen Staaten (1,42 Prozent) und in Tschechien (1,41 Prozent) gestohlen.Europäische Einzelhändler überführten im Berichtszeitraum (Juli 2006 bis Juni 2007) insgesamt 3,55 Mio. Diebe, wovon 98,1 Prozent unehrliche Kunden und 1,9 Prozent unehrliche Mitarbeiter waren. Der Schaden, der durch unehrliche Mitarbeiter verursacht wird, ist jedoch im Verhältnis dramatisch höher. So sind in Deutschland Kunden für 55,9 Prozent der Verluste verantwortlich, gefolgt von Mitarbeitern (24,6 Prozent) und Lieferanten (6,8). Interne Fehlern schlagen mit 12,7 Prozent zu Buche. Im internationalen Vergleich ist Kundendiebstahl – mit Ausnahme von Griechenland (58,0 Prozent) und Österreich (57,2 Prozent) – nirgendwo so hoch wie in Deutschland. Weltweit entfallen auf Diebstahl durch Kunden 42 Prozent der Kosten (30,476 Mrd. €), auf Diebstahl durch Mitarbeiter 35,2 Prozent (25,459 Mrd. €), auf interne Fehler 16,5 Prozent (11,931 Mrd. €) und auf unehrliche Lieferanten 6,3 Prozent (4,558 Mrd. €).Zwar setzen immer mehr Einzelhändler zur Reduzierung von Warenschwund auf moderne Warensicherungslösungen. Laut der Studie erfahren jedoch 38,5 Prozent der besonders diebstahlgefährdeten Produkte in Europa keinen besonderen Schutz. Das am häufigsten eingesetzte Sicherungsverfahren gegen Langfinger ist die elektronische Artikelsicherung. Im Kampf gegen Diebstahl planen zudem immer mehr Einzelhändler ihre Waren bereits bei der Herstellung zu sichern (Quellensicherung). Heute, wurde durch die Studie ermittelt, setzen bereits 39,7 Prozent der befragten europäischen Einzelhändler auf Quellensicherung. Bis Ende 2010 planen weitere 29,6 Prozent einen Einsatz…
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