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Neues Leben auf der Industriebrache

Der jüngste deutsche Obi-Markt öffnete in Waldshut-Tiengen seine Tore. Beeindruckend ist das ökologische Wärmekonzept.
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Ich bin mit der Lonza groß geworden. Die riesigen, grauen, roten und grünen Fabrikhallen zwischen Tiengen und Waldshut nahe der Stelle, wo die Wutach in den Hochrhein mündet, gehören zu meinen frühesten Kindheitserinnerungen. Ich war immer ungemein beeindruckt, wenn wir an dem Komplex vorbeifuhren. Als ich rund zwanzig Jahre später in meinen Semesterferien als LKW-Fahrer gelegentlich vulkanisierte Behälter in der Lonza ablieferte (in dem 1913 gegründeten Unternehmen wurden u. a. Calciumcarbid und Kalkstickstoff hergestellt), war die alte Herrlichkeit schon größtenteils vorbei. Nach einem größeren Unfall in den 80er Jahren wurde die Produktion 1993 eingestellt. Nach einer umfangreichen Altlastensanierung wurde die Umnutzung des Geländes zu einem Gewerbepark beschlossen. Bis vor kurzem waren rund 20 Betriebe auf dem neu entstandenen "Gewerbepark Hochrhein" angesiedelt. Für die Neuansiedlung eines Obi-Standortes wurde der Bebauungsplan erst im März dieses Jahres geändert und ein Sondergebiet für den Baumarkt eingerichtet. Obi war bisher schon in unmittelbarer Nähe bereits vertreten: 1986 wurde der erste Markt im Ortsteil Tiengen verwirklicht, 1997 ein neuer Standort in der Von-Opel-Straße bezogen, wo allerdings die Zufahrt und die Parksituation alles andere als optimal waren. Der neue Standort der beiden Obi-Franchisenehmer Albert Gebhardt, seines Zeichens geschäftsführender Gesellschafter der Holzwart GmbH und als solcher Vorsitzender des Holzring-Beirates, und Michael Scheller ist jetzt gut vier Mal größer als der Ursprungsmarkt. Er hat eine Länge von 193 Metern und eine Gesamtverkaufsfläche von rund 11.900 m², wovon das Gartencenter rund 3.800 m² ausmacht. Bei der Eröffnung Ende September war auch mit Erivan Haub der Eigentümer der Tengelmann-Gruppe anwesend. Er konnte sich an einigen technischen Besonderheiten erfreuen, so an einem überdachten Freigelände, das im Sommer voll geöffnet werden kann (Cabrio-Dach). Höhepunkt des Marktes ist jedoch ein Pilotprojekt, das vom Umweltministerium des Landes Baden-Württemberg unterstützt wird. Es geht um die sogenannte "Kalte Fernwärme". Ende Juli 2008 wurden die ehemaligen Tiefbrunnen der Lonza reaktiviert: Dem Grundwasser wird jetzt Wärme entzogen, diese wärmt (und kühlt) ihrerseits Unternehmen, die sich auf dem Gewerbepark ansiedeln, darunter auch Obi. Dabei: Lange Zeit war unklar, ob der Obi-Standort diese umweltfreundliche Energie würde nutzen wollen. Erst…
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