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Die aggressive Expansionslust des Discounts wird auch die Baumarktszene drastisch verändern. Der renommierte Handelsexperte Ulrich Eggert erklärt im Gespräch mit diy warum.

 

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Herr Eggert, auf der Grundlage Ihrer Studie „Future Discount“ in Deutschland prophezeien Sie dem Handel eine Revolution. Nur eine verbale Zuspitzung oder steckt doch mehr dahinter?
Natürlich ist das etwas übertrieben, aber nur ein wenig! Discounter werden ihre „klassischen“ Wege verlassen und in aller Breite angreifen – mit Dienstleistungsangeboten, mit aktuellen Sortimenten, mit Kooperationen, mit E-Commerce, mit gezielt höherwertigerer Ware und mit Mehrmarkenangeboten, kurz mit aggressiven multiplen Strategien.
Welche Schlüsse ziehen Sie aus ihrer Discount-Studie zur weiteren Entwicklung der Bau- und Heimwerkermarktbranche?Discounter werden die DIY- und Living-Märkte noch viel stärker für sich entdecken, z. B. mit Filialen auf dem gleichen Grundstück für Reparations-Nahversorgung. Die Bau- und Heimwerker-Märkte verpennen global den Zug zur Nahversorgung, der unausweichlich kommen wird, da wir immer älter werden und kein Senior mehr Lust hat, auf die „Grüne Wiese“ zu fahren. Die Bau- und Heimwerkermärkte verlieren ja bereits Umsätze und merken nicht, dass das ein unumkehrbarer Prozess ist, es sei denn, auch sie fahren eine völlig andere Strategie.
Sie diagnostizieren also insbesondere im Nahversorgungsbereich eine riesige Lücke. Aber ist die Zeit wirklich reif für flächendeckende Lösungen und wie müssten diese aussehen?
Natürlich, keine Frage! Wie lange wollen wir denn noch warten? Also: kleinere Läden in modularer Bauweise, zwei bis drei Typen für „All You Need“ auf 200 bis 300 m2 und 500 bis 600 m2, zusätzlich runter bis zu Shop-in-Shop-Varianten in Supermärkten auf Basis von Concessions- oder Rack-Jobbing-Lösungen. Wichtig dabei ist aber Franchise und Automatisierung durch Front-End RFID-Einsatz. Dabei fungieren naheliegende große Bau- und Heimwerkermärkte als Lager.
Wie beurteilen Sie das Thema Sonderposten in Baumärkten?
In der heutigen Situation eher grenzwertig. Ich habe den Eindruck, dass viele Baumärkte längst Sonderpostenverkäufer sind. Wenn sie eine klare mittel- bis höherwertige Strategie fahren, dann passen Sonderposten zur gelegentlichen Auflockerung hinein, aber Vorsicht: Discounter können das allemal besser!
Sehen Sie in der Agglomeration, in der Konzentration verschiedener Anbieter an einem Standort, einen zukunftsweisenden Weg auch für Baumärkte?
Auf jeden Fall! Das optimale wäre allerdings: zwei Baumärkte, Ikea, ein großer weiterer Möbelfilialist, ein Möbeldiscounter, ein CE-Markt, sowie ein Teppich- bzw…
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