Gärtnerpräsident Jürgen Mertz
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„Unsere Produkte mehr in Wert setzen“: Gärtnerpräsident Jürgen Mertz.
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Statistik

Vom Wert der Pflanze

Die Probleme, die der Markt für Topfpflanzen in der vergangenen Saison hatte, spiegeln sich in der Statistik wider. Bei Schnittblumen lief es besser. Doch die Frage bleibt: Wie lässt sich die Nachfrage stabilisieren?
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Langer Winter – kaltes und nasses Frühjahr – sehr heißer Sommer: die Wetterlage beeinträchtigte 2013 den Absatz von Pflanzen. Die Auswirkungen des Verkaufsausfalls im größten europäischen Absatzmarkt Deutschland auf die europäische Produktion, den Groß- und Einzelhandel sind noch nicht einzuschätzen, meint Dr. Marianne Altmann von der auf den Gartenbau spezialisierten Marketingberatung Co Concept mit Sitz in Luxemburg. Die wetterbedingte Konsumflaute im Konsumland Deutschland schlägt auf den Gartenbau in Europa durch.Bis Juni 2013 lagen die Temperaturen deutlich unter dem Fünfjahresmittel der letzten Jahre. In den kurzen Verkaufsfenstern fehlte regional teilweise verkaufsfertige Ware. Dieser Lieferengpass hatte aber kaum Auswirkung auf die Preise, die sonst bei knapper Ware gewöhnlich anziehen. Ab Juli führte die Sommerhitze zu Preisdruck und Preisverfall. Die Preise haben sich bisher nicht nennenswert erholt. Die Nachfrage nach Pflanzen ist bis zum Herbst nicht in Schwung gekommen, heißt es in Marianne Altmanns Analyse. Dabei war im Euroraum insgesamt eine wirtschaftliche Erholung zu beobachten. Dass das positive Konsumklima die flaue Nachfrageaktivität nach Blumen und Pflanzen nicht beflügelt hat, ist ein weiteres Indiz dafür, dass die wirtschaftliche Entwicklung wenig Einfluss auf die Nachfrage hat. Von einem für den Gartenbau katastrophalen Jahr spricht auch Jürgen Mertz, Präsident des Zentralverbands Gartenbau (ZVG). „Hier gibt es nichts mehr schönzureden“, räumte er schon im Oktober ein und stellte die Frage, wie die Branche gegen eines solche Situation angehen kann. „Wie schaffen wir es, dass wir unsere Produkte mehr in Wert setzen?“, lautete sein zentrales Anliegen.Der wetterbedingte Nachfragerückgang zeigte sich 2013 besonders im Bereich der Topfpflanzen. Hier wirkt sich die fehlende Nachfrage auch stark auf den Außenhandel aus. Die Topfpflanzenimporte der EU sind laut Eurostat im ersten Halbjahr 2013 gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich gefallen.Diese Entwicklung spiegelt auch die niederländische Exportstatistik wider: Die niederländischen Pflanzenexporte haben sich im ersten Halbjahr 2013 um 3,7 Prozent verringert, in das Hauptexportland Deutschland sogar um 8,6 Prozent. Die negative Entwicklung hat sich bis zum August 2013 sogar noch verstärkt; erstmals waren die monatlichen Exportzahlen für Blumen und Pflanzen zum sechsten Mal in Folge rückläufig.
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