Facetten von Made in Germany
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Made in Germany - Bedeutung

Der Triumph des Diplom-Ingenieurs

Das Herkunftslabel „Made in Germany“ weckt globale Begehrlichkeiten und gerät unter Druck. Doch es ist auch wandlungsfähig.
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Adidas will wieder mit "Made in Germany" werben und immer mehr Unternehmen bringen ihre Herstellung von den ehemals so beliebten Niedriglohnländern Südostasiens wieder zurück nach Deutschland, "Reshoring" heißt das. Je größer der Maschinenanteil an der Produktion ist, desto eher lohnt sich wieder eine Produktion in Deutschland. Rund 20 Prozent der Produktionskapazitäten der gesamten deutschen Industrie sind im Ausland angesiedelt, immer mehr Unternehmen holen aber ihre Produktion zurück nach Deutschland. Auf jedes vierte Unternehmen, das seine Produktion ins Ausland verlagert, kommt inzwischen ein Rückkehrer. Das liegt u. a. an den sinkenden Fertigungskostenvorteilen, der zunehmenden Digitalisierung und an der sogenannten "Industrie 4.0".
Auch Adidas will seit diesem Jahr verstärkt auf Roboter setzen, holt die Produktion von Asien zurück nach Deutschland und will wie der Textilfabrikant Trigema wieder mit dem "Made in Germany"-Siegel werben. Die deutsche Herkunftsbezeichnung ist vor allem im Ausland ein wichtiger Produktvorteil: Wichtigstes Kaufkriterium bei chinesischen Verbrauchern beispielsweise ist die Marke eines Produktes - und Chinesen mögen dabei besonders das Label "Made in Germany", gefolgt vom Preis und der Kommunikation mit dem Kunden. Ähnlich sieht es auch beim auf den ersten Blick etwas überraschenden Thema Gesundheit aus. Operationen in deutschen Krankenhäusern und Kuren in Deutschlands Heilbädern gelten weltweit als die Besten und sind deshalb gerade auf der arabischen Halbinsel, aber auch bei britischen Kranken, die lange auf einen OP-Termin im eigenen Land warten müssen, beliebt.
Doch trotz des Exportbooms der deutschen Wirtschaft im Jahr 2016 - ebenfalls ein Zeichen der Wertschätzung für deutsche Produkte weltweit - gibt es gleichzeitig auch Probleme, denn das Image bröckelt seit VW- ("Diesel-Gate"), Deutsche Bank- und DFB-Affäre auch an einigen Stellen. Darunter kann "Made in Germany", das ja eine Kollektivmarke ist und damit für die unterschiedlichsten Produkte, Waren und Dienstleistungen eingesetzt werden kann, leiden. Wenn einzelne deutsche Unternehmen in Misskredit geraten, werden schnell alle mit runtergezogen.
"Made in Germany" könne, so die Plattform Legal Tribune Online (LTO), einen Mehrpreis von bis zu zehn Prozent rechtfertigen, was einem jährlichen mindestens zweistelligen Milliardenbetrag entspreche. Seien Abnehmer nicht länger bereit, diesen Preisaufschlag zu bezahlen, so stelle das für die gesamte Volkswirtschaft ein Problem…
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