Markus Schering, Geschäftsführer von Synlog
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Markus Schering ist Geschäftsführer von Synlog.

Synlog

Ökonomisch wie ökologisch sinnvoll

In der Logistik bekommt der Aspekt Nachhaltigkeit eine immer größere Bedeutung. Das schlägt sich auch in der Arbeit des Logistikverbunds Synlog nieder, dessen Partner hier dazu Stellung nehmen. 

Die Logistik der Branche DIY, Bau und Garten wird zunehmend komplexer. Zunehmend prägt der Aspekt der Nachhaltigkeit die Lieferantenlogistik. „Für den Handel und die Hersteller von DIY-, Bau- und Gartenmarktartikeln gehört nachhaltiges Agieren immer stärker zur Unternehmensphilosophie“, beschreibt Markus Schering die Entwicklung.

Schering leitet den vom Herstellerverband Haus & Garten (HHG) und dem Industrieverband Garten (IVG) getragenen Logistikverbund Synlog. Seit mehr als 20 Jahren reduziert der quellgebündelte Warentransport mit den Synlog-Dienstleistern die Anzahl der Warentransporte und die Anzahl der Rampenkontakte in der Bau- und Gartenmarktlogistik erheblich. „Ein ebenso ökonomisch wie ökologisch sinnvolles Lieferkonzept“, sagt Schering. Er hat die Logistikpartner Dachser, GLS Germany und L.I.T. Spedition um ein Statement dazu gebeten, wie sie sich zum Ausbau einer nachhaltigen Branchenlogistik positionieren:

Dachser, E-Fahrzeuge
Im 2018 eingerichteten emissionsfreien Liefergebiet Stuttgart setzt Dachser nur noch E-Fahrzeuge ein.

Dachser: Klimaschutz in vier Dimensionen

Dachser verfolgt einen ganzheitlichen, die komplette Supply Chain adressierenden Ansatz mit den vier Handlungsfeldern Prozesseffizienz, Energieeffizienz, Research & Innovation sowie Corporate Citizenship.

Durch Prozesseffizienz lassen sich am effektivsten Treib­hausgasemissionen vermeiden. Der quantitativ größte Hebel liegt in der optimalen Nutzung des Transportraumes. Dachser setzt dazu in seinen europäischen Sammelgutnetzwerken mit rund 8.000 Wechselbrücken zum einen auf die Doppelstockverladung im Hauptlauf. Hinzu kommt ein Mix aus zeitdefinierten und zeitflexiblen Produkten, der dem Kunden die Möglichkeit bietet, durch die Wahl der Transportgeschwindigkeit den CO2-Fußabdruck positiv zu beeinflussen. Ein weiterer großer Hebel ergibt sich, wenn die Auslieferung von Sendungen unterschiedlicher Versender an eine Empfangsadresse in einem Lkw gebündelt werden kann. Dieses wirkungsvolle Instrument wird seit vielen Jahren in der Home-and-Garden-Improvement-Branche mit europaweit mehr als 18.000 DIY-Stores genutzt, was die Entladerampen entlastet und die „letzte Meile“ erheblich effizienter gestaltet.

Weitere CO2-Einsparungen erzielt Dachser durch Energieeffizienz und den Einsatz von State-of-art-Technologien in der Gebäude- und Lagertechnik. Außerdem setzt Dachser beim Energieeinkauf in Deutschland zu hundert Prozent auf Strom aus Wasserkraft. Im täglichen Transporteinsatz liegt der Anteil kraftstoffsparender, mit EEF/Euro V- und Euro VI-Dieseltechnik ausgestatteter Lkw europaweit über 90 Prozent im Fernverkehr und über 80 Prozent im Nahverkehr.

In der Belieferung von Innenstädten sind auch schon batterieelektrische Lkw und elektrisch unterstützte Lastenräder unterwegs. In Stuttgart wurde Ende 2018 das erste komplette emissionsfreie Liefergebiet etabliert.

Außerdem werden alternative Antriebe und Kraftstoffe getestet. Als kurzfristig einsetzbare Brückentechnologie können dies Biokraftstoffe in Form von Bio-LNG (Flüssiggas) oder HVO-Diesel sein. Langfristig sieht Dachser neben den Batterieantrieben das größte Potenzial bei den Brennstoffzellen-Lkw mit grünem Wasserstoff, mit deren serienmäßigen Einsatz aber erst gegen Ende dieses Jahrzehnts zu rechnen ist.

Nachhaltigkeit heißt für Dachser aber auch, Verantwortung für eine gesunde, positive Entwicklung der Mitarbeiter zu übernehmen und sich für Menschen einzusetzen, die negativ von den Folgen der Globalisierung betroffen sind. Seit über einem Jahrzehnt engagiert sich das Unternehmen beim Kinderhilfswerk terre des hommes.

GLS KlimaProtect, klimaneutraler Paketversand
Mit GLS KlimaProtect wurde 2019 ein vollständig klimaneutraler Paketversand eingeführt.

Sind sich grün: Synlog und GLS  

Seit 2008 kooperiert Synlog beim Versand von paketfähigen Waren mit GLS. Das Unternehmen ist international aufgestellt und bietet kurze Laufzeiten sowie eine umfangreichen Palette an optionalen Services – unter anderem für Zustellung und Retoure.

GLS engagiert sich seit über zehn Jahren mit der Initiative ThinkGreen für den Klimaschutz, zum Beispiel durch ressourcenschonend betriebene Depots, optimierte Tourenplanung oder nachhaltige City-Logistik-Lösungen. Im Oktober 2019 führte GLS Germany mit GLS KlimaProtect den vollständig klimaneutralen Paketversand ein.

Das Nachhaltigkeitsprogramm basiert auf zwei Säulen: Reduktion und Vermeidung sowie Kompensation von Emissionen. Die durch Pakettransport und Geschäftstätigkeit erzeugten Emissionen werden durch ein zertifiziertes Aufforstungsprojekt (VCS/CCB-Standard) über die Organisation Prima­klima e.V. kompensiert – im ersten GLS KlimaProtect-Jahr waren es über 200.000 Tonnen CO2.

Zusätzlich werden neben der Nutzung von 100 Prozent Öko-Strom unter anderem die Flotte von E-Fahrzeugen sowie die dazugehörige Ladeinfrastruktur ausgebaut, Photovoltaik-Anlagen installiert und die emissionsfreie Zustellung in Innenstädten vorangetrieben.  

Ab Januar 2021 wird Synlog am GLS KlimaProtect-Programm teilnehmen. Die Synlog-Lieferanten können sich dann die Kompensation der durch den Paketversand verursachten Emissionen für ihre eigene Ökobilanz ausweisen lassen.

L.I.T.-Gruppe, LNG-Fahrzeuge
Die L.I.T.-Gruppe hat inzwischen 42 LNG-Fahrzeuge in ihrer Lkw-Flotte.

L.I.T.: Leitbild statt Buzzword

Nachhaltige Logistik ist ein Begriff, der leider inflationär benutzt wird. Ihn angemessen zu interpretieren, dazu gehören Optimismus und vor allem Wille. Die L.I.T.-Gruppe hat das Thema Nachhaltigkeit bereits vor Jahren in die Firmenphilosophie aufgenommen.  

Erstes Etappenziel ist die Einsparung ihrer CO2-Emissionen in Höhe von 20 Prozent innerhalb von fünf Jahren. Aus diesem Vorhaben wurden letzten Endes 21,3 Prozent. Dazu hat man an verschiedenen Stellschrauben gedreht: Einen großen Beitrag leistete die Verringerung der einzelnen Lkw-Fahrten. Hierbei setzt das Unternehmen neben der neuen Sattelzugkombination Euro-Combi auf intermodale Konzepte und damit eine Ausweitung der Schienentransporte. Mit einer App lassen sich Touren zudem so optimieren, dass weniger Leerfahrten und Umwege anfallen. Dem Thema Treibstoffverbrauch begegnet das Unternehmen unter anderem mit verbrauchsarmen ­Ultralight-Fahrzeugen. Nach dem Test mit vier LNG-Lkw 2019 hat das Unternehmen diese Flotte auf 42 LNG-Fahrzeuge ausgebaut.

Kollaborativ in der Seefracht 

Auch der Bereich Seefracht bietet kollaborative Ansätze für eine ökonomische und ökologische Lieferantenlogistik. Hier empfiehlt Synlog seit 2018 die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Cross X Staff. Das gebündelte Volumen einer Einkaufskooperation ermöglicht dabei – neben reduzierten Risiken in der Lieferkette und optimierten wirtschaftlichen Parametern in der Leistungserbringung – auch eine nachhaltige Logistik durch effiziente Kapazitätensteuerung und Bündelungseffekte.

Mit dem Lean and Green 1st Star bestätigte GS1 Germany der L.I.T.-Gruppe die wirksame Umsetzung ihrer Nachhaltigkeitsmaßnahmen und die erfolgreiche Prüfung der Treibhausgasreduktion durch die TÜV Nord Cert GmbH.

Der Ansatz kosteneffizienter und nachhaltiger Logistik spiegelt sich ebenso in der SSD-Baumarktlogistik der L.I.T-Gruppe in Moers wider. Die von dort ausgehende gebündelte bundesweite Direktzustellung sperriger und schwerer Waren ohne zusätzlichen Warenumschlag erspart der Umwelt neben unzähligen Leerkilometern einen umfangreichen Umverpackungsaufwand. Darüber hinaus werden die Anzahl der Rampenkontakte in den Baumärkten deutlich verringert und die Schadenquote minimiert.

Spezialist für Lang- und Schwergut 

Mitnahme-E-Stapler, Lancelot
Lancelot im Einsatz: Der Mitnahme-E-Stapler wurde eigens für die Belieferung mit größeren Langgutsendungen entwickelt.

Synlog hat der zunehmenden Bedeutung von Teil- und Komplettladungen auch in der Bau- und Gartenbranche Rechnung getragen und startet ab 2021 mit einem zusätzlichen Dienstleistungspartner, der Elvis Teilladungssystem GmbH.

Der Logistiker mit Sitz im hessischen Knüllwald ist der zentrale Knotenpunkt für die systematisierte Abwicklung von Langgut und Teilladungen nicht nur in Deutschland. Hier laufen die Fäden des europäischen Elvis-Teilladungskonzeptes zusammen. Die angeschlossenen 150 nationalen und mehr als 30 internationalen Systempartner wickeln über das System täglich mehrere Tausend Teilladungen zu festen Laufzeiten ab. Neben der Belieferung des Endkunden mit größeren Langgutsendungen mittels des eigenentwickelten Mitnahme-E-Staplers Lancelot ist das B2B-Geschäft mit Geschäftskunden durch alle Branchen und Warengruppen das Kerngeschäft. Egal ob Gefahrgut, empfindliche Ware, Übergrößen und Baustoffe – durch ein großes Netzwerk erfahrener Transportunternehmer wird eine sowohl ökonomisch als auch durch die Nutzung von Bündelungseffekte nachhaltig passende Lösung gefunden.

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