Unmengen an Verpackungsmüll landen täglich im Abfall.
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Otto

Raus aus der Verpackungsflut

Der Versandhändler Otto hat im vergangenen Jahr den Einsatz von Mehrwegversandverpackungen getestet. Das Fazit fällt gemischt aus. Eine mögliche Alternative sieht das Unternehmen in kompostierbaren Versandtaschen. 
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Zahlreiche Versandverpackungen landen täglich im Haushaltsmüll. So fielen nach Zahlen des Forschungsprojektes Praxpack 2018 bei privaten Endverbrauchern in Deutschland rund 830.000 t Hüllen aus Papier, Pappe oder Karton und mehr als 34.000 t Kunststoffverpackungen an. Nach Angaben des Bundesverbandes Paket und Expresslogistik ist die Zahl der Sendungen 2018 auf mehr als 3,5 Milliarden gestiegen – das entspricht rund 12 Millionen Sendungen pro Zustelltag. Wie stark diese Tendenz künftig zunehmen wird, lässt der Onlinemonitor 2021 des Handelsverbands Deutschland erahnen. So sei der Onlinemarkt im Einzelhandel von 2019 bis 2020 um 23 Prozent gewachsen, während der statio­näre Bereich lediglich um 3,6 Prozent zulegte.

Eine Möglichkeit, um die Menge an Verpackungsmüll zu begrenzen, sind Mehrwegsysteme. Der Versandhändler Otto hat an dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekt Praxpack teilgenommen. In diesem Rahmen hat das Unternehmen im vergangenen Jahr gemeinsam mit Tchibo und dem Avocadostore ein Pilotprojekt für Mehrweg-Versandverpackungen gestartet: Bei Repack wird die Verpackung von Kunden zurückgeschickt, um sie erneut nutzen zu können. Getestet wurde eine Art Tasche. „Durch die Wiederverwendung können Ressourcen gespart werden, die nötig wären für die Produktion von herkömmlichen Versandtaschen“, erklärt Benjamin Köhler, Leiter der Otto-Nachhaltigkeitsabteilung. Repack habe bereits in einem kleinen Maßstab über ein funktionierendes Kreislaufsystem verfügt und Otto habe den Einsatz dieser Lösung in den bestehenden Prozessen und die Akzeptanz bei Konsumenten erprobt.

Durch die Wiederverwendung können Ressourcen gespart werden.
Benjamin Köhler, Leiter Otto-Nachhaltigkeitsabteilung

Die Tasche bestehe zu 100 Prozent aus recyceltem Polypropylen. Man habe die Mehrwegverpackung nach jeder Nutzung aufbereitet, desinfiziert und gereinigt, bevor sie wieder in Umlauf gekommen sei, berichtet Köhler. Bis zu 20 Mal könne die Tasche wiederverwendet werden. So würden im Vergleich zu herkömmlichen Versandverpackungen bis zu 80 Prozent CO2 und 96 Prozent Müllvolumen eingespart, unterstreicht der Anbieter. Versendet werden könnten damit beispielsweise Textilien oder unempfindliche Ware wie Staubsaugerbeutel. Jeder Repack ist größenverstellbar. Damit sollen unnötige Hohl- und Leerräume vermieden werden. Die Testkunden wurden zufällig ausgewählt. Sie konnten die Tüte direkt beim Hermes-Zusteller oder in einem Hermes-Paketshop abgeben – leer oder samt…

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