Blick von der ISS: Die „Ever Given“ blockiert den Suezkanal.
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Blick von der ISS: Die „Ever Given“ blockiert den Suezkanal.
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Lieferprobleme

Alles nur Folgen einer Havarie?

Im zweiten Corona-Jahr droht die Ware für Baumärkte und Gartencenter in einigen Sortimenten knapp zu werden. Die Gründe dafür sind vielfältig und nicht nur logistischer Natur oder Folgen der Suez-Kanal-Blockade. 
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Das Beispiel Holz: Die FAZ schreibt „Bauen wird teurer: USA zahlen das Dreifache an Holz“, der Spiegel stellt einen „Schnittholz-Notstand in Deutschland fest: Die Preise explodieren“ und die Siegener Kreiszeitung spricht von einem „riesigen Holzhunger“. Das Beispiel Stahl: Der WDR titelt „Knapper Stahl und hohe Preise“, während das Handelsblatt elegischer wird: „China macht den Stahlmarkt verrückt“. Die Folge: Stahlblech für die Dosenproduktion und der für die Warenträger in Baumärkten benötigte Stahl fehlen und auch die Eisenwarenproduzenten sind vom Metallmangel betroffen. Beispiel Rohstoffe: Der Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie stellt fest, dass Rohstoffe momentan „offenbar lieber nach China geliefert werden“ und die Deutsche Welle fragt: „Auch Plastik wird knapp – warum ist das so?“ Das Beispiel Farben und Lacke: Zahlreiche Hersteller beklagen öffentlich „knappe Rohstoffe bei Farben und Additiven“ und sehen mit Sorgen, dass beispielsweise ganze Anlagen zur Herstellung für Epoxidharz-Rohstoffe ausgefallen sind und die Preise für Titandioxid, ein wichtiger Rohstoff für die Produktion der Farbe Weiß, „explodieren“, so die Internetplattform Kunstoff-Web. Beispiel Bauchemie: Die Knappheit beim Thermoplast Polystyrol (EPS) führt dazu, dass die Herstellung von Dämmstoffplatten rapide sinkt.

Die neue Realität im Jahr 2021: „Rohstoffpreise gehen durch die Decke“, so der Fernsehsender n-tv, und die Deutsche Industriebank (IKB) sieht, dass „die Weltrohstoffpreise ihren Höhenflug fortsetzen“, laut ARD-Tagesschau schürt die anziehende Teuerung der Rohstoffpreise Inflationsängste. Holz, Stahlbleche, Farben und Lacke, Dämmstoffe, Kupfer, Zinn – was ist los mit dem globalen Markt an Rohstoffen und Vormaterialien im Jahr 2 der Corona-Pandemie? Gibt es Zusammenhänge oder ist das Zusammenkommen beider Entwicklungen purer Zufall? Und wie schlimm kann es werden, drohen leere Regale und Out-of-Stocks in den europäischen Baumärkten?

Die Fachzeitschrift diy hat dazu in den vergangenen Wochen zahlreiche Unternehmen und Verbände befragt und Gespräche geführt. Einige derjenigen, die antworteten, wollten anonym bleiben, was ja auch verständlich ist. Fazit: Es ist wie üblich alles viel komplexer, als man denkt, und die Gründe sind vielschichtig. Nur eines scheint sicher: Die Preise werden steigen und ein Ende der Probleme ist nicht abzusehen. Lieferprobleme bestehen bereits heute – und sie können noch gravierender werden und auch die deutsche und europäische…

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