Banken mit Wahrnehmungsproblemen

16.12.2005
Ratingagentur: Baumärkte sind in der Spitze top, BHB stellte in Köln neue Studie vor

Baumarkt ist eben nicht gleich Baumarkt - so könnte die These der aktuellen Branchenstudie der Prof. Dr. Schneck Rating GmbH lauten, die gestern auf einer Pressekonferenz des BHB in Köln vorgestellt wurde. Auch wenn sich einige Unternehmen durchaus dem Vorwurf fehlender Differenzierungsstrategien stellen müssten, erweise sich, so der BHB, die kritische Darstellung einer gesamten Branche in Banken- und Investorenstudien als nicht gerechtfertigt. Denn die führenden DIY-Handelsunternehmen in Deutschland weisen in den Jahren 2000 bis 2004 Umsatzsteigerungen von 16,2 Prozent vor und vermitteln somit ein weitaus besseres Bild einer sich immer noch dynamisch entwickelnden Branche.
Nicht erst seit Basel II zählen Baumärkte zu den weniger beliebten Kunden von Banken. In der Bewertung durch Analysten gelten sie als unsicher und sogar insolvenzgefährdet, da sie dem umsatzschwachen Bausektor zugerechnet werden. Diese Einschätzung spricht für grundsätzlichen Erklärungsbedarf bei der Definition „Baumarkt“ in Abgrenzung zum Baustoffhandel. So arbeiten die Baumärkte nach dem bewährten Cash-Prinzip, bei dem die Umsatzerlöse durch Barzahlung und/oder durch Karten-Zahlungssysteme fließen, wohingegen der Fachhandel der Bauwirtschaft eine wichtige Finanzierungsfunktion für das Handwerk mit den entsprechenden Risiken übernimmt. Es scheine sich, so der BHB, im Bewusstsein von Wirtschaftsexperten und Kreditinstituten noch nicht etabliert zu haben, dass es sich bei der gesamten Do-it-yourself-Branche um einen sehr heterogenen Markt handele, in dem sich verschiedene Unternehmensprofile und Geschäftsmodelle - Franchiseorganisationen, Filialbetriebe, Kooperationen, Einzelunternehmen - unterschiedliche Erfolge erarbeitet hätten. Die Studie möchte an diesem Punkt ansetzen und den Baumarktunternehmen, ihren Kapitalgebern und Geschäftspartnern eine Analyse des deutschen DIY-Marktes aus Sicht einer Rating-Agentur anbieten. Ziel der Studie ist es, eine Übersicht über die Struktur, Chancen und Erfolgsfaktoren der Branche zu geben und mit ihren Ergebnissen die qualitative Bewertung eines Unternehmens beispielsweise in Ratingverfahren zu erleichtern.
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