Handelsverband fordert einheitliche Mehrwertsteuer

01.10.2010
Der HDE spricht sich für die Abschaffung des reduzierten Steuersatzes außer bei Lebensmitteln aus. Dagegen befürchtet der VDG eine „Verweigerung der Endverbraucher“

Der Handelsverband Deutschland (HDE) tritt „für die Abschaffung aller Ausnahmen vom Mehrwertsteuersatz ein. Nur Lebensmittel sollten mit einer Sieben-Prozent-Mehrwertsteuer subventioniert werden.“ Das sagte HDE-Präsident Josef Sanktjohanser gegenüber Ronald Profalla, Chef des Bundeskanzleramtes. Für alle anderen Ausnahmen gebe es keinen zwingenden Grund. Sanktjohanser bezifferte die Mehrbelastungen für die Privathaushalte durch den Wegfall der Ermäßigung auf durchschnittlich 210 € pro Jahr und 230 € für Familien. Er regte im Gegenzug eine Entlastung bei der Einkommenssteuer an. Betroffen wären davon auch Pflanzenproduzenten und der Pflanzenhandel. Der Verband Deutscher Garten-Center (VDG) reagierte mit Unverständnis auf die Pläne. „Wir sehen die große Gefahr, dass es zu riesigen Umsatzeinbrüchen im Pflanzenmarkt kommen wird“, sagte dazu Geschäftsführer Peter Botz. „Es wird zur Verweigerung der Endverbraucher kommen, wenn sich schlagartig die Preise erhöhen.“ Für Gartencenter mit einem großen Pflanzenanteil könnte die Angleichung der Mehrwertsteuersätze aus Sicht zu einer existenziellen Bedrohung werden.
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