Gewaltiges Minus bei Praktiker

28.03.2012
Der Jahresfehlbetrag 2011 macht rund ein Sechstel des Gesamtumsatzes aus; Großaktionär will Zerschlagung

Geschockt hat die Börse auf die gestern Abend bekannt gegebenen Praktiker-Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr reagiert. Der Baumarkt-Konzern verzeichnet demnach für 2011 einen Jahresfehlbetrag in Höhe von 554,7 Mio. €. Das ist mit Abstand der höchste Fehlbetrag der vergangenen Jahre. Zu dem immensen Minus, das sich auf mehr als ein Sechstel des Umsatzes beläuft, führten vor allem Abschreibungen auf Vermögens- und Firmenwerte sowie die Kosten für den Konzernumbau. Das operative Minus betrug nach EBIT 61,6 Mio. € vor Sondereffekten. Die Praktiker-Aktie verlor heute zum Börsenauftakt rund 13 Prozent. Die Jahresbilanzpressekonferenz findet morgen erstmals in Hamburg statt. Ärger steht dem Unternehmen mit seinem größten Anteilseigner ins Haus. Der österreichische Großaktionär, die Investmentgesellschaft Maseltov, die an Praktiker mit über zehn Prozent beteiligt ist, glaubt zwar laut einem Interview mit der „Financial Times Deutschland“ an die Zukunft von Praktiker. Die Österreicher sprechen sich aber für eine Zerschlagung des Unternehmens aus. So soll das Osteuropa-Geschäft verkauft werden, was 50 bis 70 Mio. € bringen soll. Weitere 120 Mio. € sollen laut Maseltov über eine Wandelanleihe aufgetrieben werden.
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