Zoff auf der Praktiker-Hauptversammlung?

06.06.2012
Mit massiven Änderungsanträgen und personellen Neubesetzungen will Maseltov, Großaktionär von Praktiker, das Unternehmen anders ausrichten, als vom jetzigen Aufsichtsrat geplant

Auf der für den 4. Juli 2012 angesetzten Hauptversammlung der Praktiker AG droht ein massiver Streit um den zukünftigen Kurs und die Besetzung der Spitzenpositionen des angeschlagenen Baumarktbetreibers. Nach Pressemeldungen will der Investmentfonds Maseltov eine Neubesetzung fast des gesamten Aufsichtsrates und der Unternehmensführung. So sollen u. a. der derzeitige Aufsichtsratschef Kersten von Schenck sowie Praktiker-Vorstandschef Kay Hafner abgesetzt werden. Das sei, so Isabella De Krassny, Sprecherin des Fonds, notwendig, um das beschlossene Sanierungsprogramm umzusetzen. Außerdem will De Krassny selbst in den Aufsichtsrat einziehen, allerdings nicht als dessen Sprecher. Von Schenck soll demnach durch Karl Hauptmann, Kopf der Private-Equity-Gesellschaft Telor Captial, ersetzt werden. Im operativen Management soll der erst kürzlich installierte Kay Hafner als CEO abgelöst werden. Als Nachfolger gehandelt wird u. a. der ehemalige Obi-Deutschland-Chef Andreas Sandmann. Der von De Krassny geführte Fonds hält zehn Prozent der Praktiker-Anteile. Sie spricht außerdem für jene Anteile, die die Privatbank Semper Constantia für ihre Kunden hält und vertritt damit rund 15 Prozent der Aktien. Auf der Hauptversammlung sollen die Anteilseigner einer weitreichenden Kapitalerhöhung sowie Zugriffsrechten des US-Finanzinvestors Anchorage auf ein 15-prozentiges Aktienpaket zustimmen. Anchorage soll demnach einen 85 Mio. € hohen vorrangigen Kredit zur Verfügung stellen, der mit den Filialen der Praktiker-Tochter Max Bahr abgesichert ist. De Krassny lehnt dies ab: Es sei keine Gefahr im Verzug, die eine Verpfändung von so wichtigen Unternehmensteilen rechtfertige.
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