Baumax-Rettung

Karlheinz Essl will seine Kunstsammlung verkaufen

Karlhein EsslBildunterschrift anzeigen
Karlheinz Essl will sich von den rund 7.000 Kunstwerken trennen, die er zusammen mit seiner Frau Agnes gesammelt hat.
25.03.2014

Baumax-Gründer Karlheinz Essl will seine Kunstsammlung mit knapp 7.000 zeitgenössischen Werken an die Republik Österreich verkaufen, um die angeschlagene österreichische Baumarktkette zu retten. Kolportiert wird ein Preis von 86 Mio. €. Eine Insolvenz von Baumax stehe nicht zur Diskussion, hat Unternehmenssprecherin Monika Voglgruber der Nachrichtenagentur APA gesagt. Der Verkauf der Kunstsammlung würde den Sanierungsplan aber deutlich erleichtern. Mit Investoren werde derzeit nicht verhandelt.
Karlheinz Essl hat die Sammlung, die im 1999 errichteten Museum Essl in Klosterneuburg bei Wien untergebracht ist, vor zwei Jahren in eine gemeinnützige Stiftung eingebracht. Weil die geforderte Fünfjahresfrist noch nicht abgelaufen ist, würde die Sammlung bei einer Insolvenz der Masse zufallen.
Essl spricht im Zusammenhang der Sammlung vom kollektiven Gedächtnis der Nation, das eine Lücke bekommen würde. Ein Verkauf an den Staat hat auch einen weiteren Hintergrund: Würden die Werke einzeln versteigert, würden die Preise "total ruiniert werden", so Essl, denn er besitze zehnmal so viele Werke, wie die Auktionshäuser in Österreich in einem Jahr versteigern.
Österreichs Kulturminister Josef Ostermayer hat bereits Gesprächsbereitschaft signalisiert und lädt zu einem runden Tisch. Auch sein Ministerium spricht von einem nationalen Kulturgut.
Der österreichische Marktführer Baumax prüft derzeit, Märkte in der Türkei, Bulgarien und Rumänien zu schließen. Auch ein Rückzug aus Kroatien steht zur Debatte. Sprecherin Monika Voglgruber kündigt eine Entscheidung zu möglichen Standortschließungen noch im Frühjahr an.
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