Panorama/NDR

Wohnungen aus dem privaten Neubau für die meisten nicht bezahlbar

23.06.2016

Der private Wohnungsbau, auf den die Politik bei der Bekämpfung der Wohnungsnot in großen Städten vorrangig setzt, schafft so gut wie keine bezahlbaren Mietwohnungen. 95,3 Prozent der privaten Neubauwohnungen in den 20 größten deutschen Städten sind für die Mehrheit der deutschen Mieter nicht bezahlbar. Das ist das Ergebnis einer Marktanalyse, die das ARD-Politikmagazin Panorama des NDR im Ersten mit Hilfe der Empirica-Systeme-Marktdatenbank vorgenommen hat.Demnach sind in München die Mieten von lediglich 8,2 Prozent der angebotenen privaten Neubauwohnungen bezahlbar. In Köln sind es 5,7 Prozent, in Hamburg 5,1 Prozent, in Dresden 3,5 Prozent, in Frankfurt am Main 2,6 Prozent, in Berlin 2,5 Prozent. Schlusslicht unter den 20 größten Städten ist Düsseldorf mit 2 Prozent.In vielen kleineren Städten ist die Lage sogar noch dramatischer: In Kiel etwa sind nur 2 Prozent der angebotenen Neubauwohnungen bezahlbar, in Offenbach 1,3 Prozent, in Karlsruhe 1,2 Prozent und in Ingolstadt 1,1 Prozent. Im bundesweiten Schnitt sind derzeit 16,5 Prozent der angebotenen Neubauwohnungen bezahlbar. 2014 waren es noch 27,4 Prozent.Ausgewertet wurden Mietangebote im Zeitraum Mai 2015 bis Mai 2016. Als "bezahlbar" gilt neben anderen Kriterien nach den allgemein anerkannten Maßstäben des Eduard-Pestel-Instituts eine Nettokaltmiete, für die maximal 30 Prozent des verfügbaren Haushaltsnettoeinkommens aufgebracht werden müssen.
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