Brief an Bundesregierung

Poco beklagt „willkürliche Marktverzerrung“

Beklagt „willkürliche Marktverzerrung“ in Zuge der jüngst beschlossenen Teil-Öffnung der Bundesregierung: Thomas Stolletz, Geschäftsführer der Poco-Einrichtungsmärkte GmbH.Bildunterschrift anzeigen
Beklagt „willkürliche Marktverzerrung“ in Zuge der jüngst beschlossenen Teil-Öffnung der Bundesregierung: Thomas Stolletz, Geschäftsführer der Poco-Einrichtungsmärkte GmbH.
16.04.2020

Als "willkürliche Marktverzerrung" wertet Thomas Stolletz, Geschäftsführer der Poco-Einrichtungsmärkte GmbH, die ersten Schritte zum Ausstieg aus den Corona-Shutdown. Es sei weder nachzuvollziehen noch zu begründen, warum im Einzelhandel eine Grenze bei 800 m² Geschäftsfläche gezogen werden soll. Gerade der größerflächige Einzelhandel könne Abstandsregeln hervorragend gewährleisten - besser jedenfalls als jeder kleinflächige Anbieter, schreibt das Unternehmen. Und schon lange sei nicht mehr klar, warum Garten und Heimwerkermärkte geöffnet bleiben dürfen, Einrichtungsmärkte mit vergleichbaren Sortimenten aber nicht.
Der Poco-Geschäftsführer spricht sich in diesem Zusammenhang für eine ganzheitliche Betrachtung aus: Wirtschaft und Gesundheitsschutz dürften nicht gegeneinander ausgespielt werden; alles müsse dafür getan werden, Menschenleben zu schützen und zugleich unsere Lebensgrundlagen bis weit in die Zukunft hinein abzusichern.
Bereits zuvor hatte der Poco-Geschäftsführer in einem Schreiben an Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Bundesregierung gefordert, so schnell wie möglich zur Normalität im Wirtschaftsleben zurückzukehren. Denn er erwartet einschneidende konjunkturelle Folgen durch den Shutdown für das laufende Jahrzehnt und darüber hinaus, sollten im Zuge der Corona-Pandemie die Restriktionen bestehen bleiben. Daran ändern auch die jetzt beabsichtigten Lockerungen wenig.
Bereits heute sei abzusehen, dass die deutschen Unternehmen die aktuelle Krise nur überstehen können, wenn sie auf Rücklagen oder in der Regel auf Kreditmarktmittel zurückgreifen. "Jeder Schließungstag bedeutet damit eine Hypothek für eine Zukunft, für die wir leider ohnehin mit konjunkturellen Einbußen rechnen müssen. Wir befürchten deshalb mit jedem Schließungstag auch eine nachhaltige und nachteilige Veränderung der Handelslandschaft", formuliert Stolletz.
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