Forsa-Studie

Mehrwertsteuersenkung erzielte nicht erwünschten Erfolg

39 Prozent der Befragten gaben im Berichtszeitraum eine größere Summe für Bau- oder Renovierungstätigkeiten aus. Bildunterschrift anzeigen
39 Prozent der Befragten gaben im Berichtszeitraum eine größere Summe für Bau- oder Renovierungstätigkeiten aus. 
12.01.2021

Mit der Mehrwertsteuersenkung wollte die Bundesregierung im vergangenen Jahr Bürger dazu veranlassen, größere Anschaffungen zu tätigen. Laut einer Untersuchung des Marktforschungsunternehmens Forsa wurde dieses Ziel nicht wie erhofft erreicht. Clemens Fuest, Florian Neumeier und Andreas Peichl vom ifo-Institut fassten die Ergebnisse in einem Aufsatz zusammen. Nur 2 Prozent der Befragten, die zwischen Juli und Oktober 2020 größere Ausgaben tätigten, hätten demnach ohne die Mehrwertsteuersenkung auf diese Anschaffungen verzichtet. 12 Prozent derjenigen, die bis Jahresende 2020 noch Einkäufe planten, würden ohne die Mehrwertsteuersenkung darauf verzichten.

Diese Ergebnisse wurden auf sämtliche Haushalte der Bundesrepublik hochgerechnet. Daraus ergibt sich ein gesamtwirtschaftlicher Konsumeffekt in Höhe von knapp 6,3 Mrd. Euro. Dies entspreche nicht ganz einem Drittel der geschätzten fiskalischen Kosten der Maßnahme, die bei 20 Mrd. Euro lägen, so die Macher der Studie. In Relation zu den privaten Konsumausgaben 2019 führe die Mehrwertsteuersenkung damit zu einem relativen Anstieg des Binnenkonsums von 0,6 Prozent.

39 Prozent investierten in Bau- und Renovierungsarbeiten

Im Rahmen der Oktober-Befragung sollten die Teilnehmer angeben, welche größeren Anschaffungen sie seit Beginn der Mehrwertsteuersenkung getätigt haben. Bei 43 Prozent waren es Haushaltsgroß- oder Elektrogeräte. 39 Prozent gaben an, eine größere Ausgabe für Bau- und Renovierungstätigkeiten getätigt zu haben, 32 Prozent berichteten davon, Möbel angeschafft zu haben. 20 Prozent der Befragten haben sich ein Fahrzeug zugelegt.

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