Deloitte sieht in Deutschland großes Wachstumspotenzial

Pandemie befeuert E-Bike-Nachfrage in Europa

E-Bikes haben in der DACH-Region stark an Beliebtheit gewonnen. Bildunterschrift anzeigen
E-Bikes haben in der DACH-Region stark an Beliebtheit gewonnen. 
24.08.2021

Die Nachfrage nach E-Bikes ist laut dem Beratungsunternehmen Deloitte seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland deutlich gestiegen. Diese Produktgruppe steht im aktuellen Consumer Sector Briefing im Mittelpunkt. Dafür wurden im Frühjahr dieses Jahres 11.250 Personen ab 16 Jahren in 20 europäischen Ländern befragt. Im Fokus stehen dabei Deutschland, Österreich und die Schweiz (DACH). Als Vergleichsmärkte dienen Belgien und die Niederlande.

Niederlande sind Europas E-Bike-Spitzenreiter

Bei der Marktdurchdringung liegen die Niederlande an der Spitze, wo 30 Prozent der Befragten ein E-Bike besitzen. Dort liegt der Anteil der 2020 verkauften Elektrofahrräder bei rund 50 Prozent. In Deutschland gaben 17 Prozent an, sich ein E-Bike angeschafft zu haben, in Österreich 18 Prozent und in der Schweiz 21 Prozent. Der Anteil der E-Bikes am gesamten Fahrradabsatz betrug 2020, so lokale Fahrradverbände, in Deutschland 39 Prozent, in Österreich 41 Prozent und in der Schweiz 34 Prozent.

Die wichtigsten Gründe, sich ein E-Bike anzuschaffen, sind Sport, Freizeitaktivitäten und der Arbeitsweg – weniger für tägliche Besorgungen. Für 33 Prozent der deutschen Teilnehmer waren Freizeit und Erholung die wichtigsten Kaufgründe. In Österreich lag für 41 Prozent der Sport vorne. Für 34 Prozent der befragten Schweizer war der Weg zur Arbeit besonders wichtig. In Belgien und den Niederlanden liegt der Arbeitsweg mit 33 fast gleichauf mit Erholung (36 Prozent). Sport spielte hier eine geringere Rolle als in der DACH-Region.

72 Prozent der Befragten in Deutschland gaben an, für den E-Bike-Kauf einen stationären Laden aufsuchen zu wollen. In Österreich liegt der Anteil bei 89 Prozent in der Schweiz bei 91 Prozent. Auf dem DACH-Markt insgesamt zieht es potenzielle Kunden neben E-Bikes (82 Prozent) nur für Skier (82 Prozent) und Laufschuhe (72 Prozent) in vergleichbarem Maß in den stationären Handel. Der Grund dafür lasse sich neben dem hohen Preis mit der Komplexität von E-Bikes erklären. Der Konsument schätze fachkundige Beratung und wolle das Produkt vor dem Kauf ausprobieren, so die Forscher.

Lieferketten machen Sorgen

„Ende 2020 machte die Branche auf Lieferschwierigkeiten aufmerksam, weil durch die Pandemie benötigte Teile und Rohstoffe für die Produktion fehlten. Kurz- aber auch mittelfristig ist für das Wachstum eine Erholung der Lieferkette der entscheidende Faktor“, sagt Karsten Hollasch, Partner und Leiter des Consumer Business bei Deloitte. Der Markt wuchs 2020 laut Cycling Industries Europe um rund 25 Prozent. Für 2021 prognostiziert der europäische Branchendachverband einen weiteren Anstieg von über 20 Prozent. In den Folgejahren werde sich voraussichtlich eine erste Marktsättigung einstellen. In der zweiten Hälfte des aktuellen Jahrzehnts erwartet Cycling Industries Europe, dass in der EU und Großbritannien erstmals mehr E-Bikes als konventionelle Fahrräder verkauft werden.

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