Rede zu Halbjahreszahlen 2021/22

Albrecht Hornbach: Umsatzrekorde 2020/21 waren kein "coronabedingtes Strohfeuer"

Laut Albrecht Hornbach waren die Umsatzrekorde 2020/21 kein "coronabedingtes Strohfeuer".
Laut Albrecht Hornbach waren die Umsatzrekorde 2020/21 kein "coronabedingtes Strohfeuer".
01.10.2021

Hornbach hat mit seinen Baumärkten in Deutschland im ersten Halbjahr 2021 wesentlich besser abgeschnitten als der Rest der Branche. Während laut BHB die Bau- und Gartenmärkte ein Minus von 15,9 Prozent verzeichnen mussten, lag das Minus in der Bundesrepublik bei Hornbach von Januar bis Juni 2021 bei „nur“ 2,4 Prozent. In der gestrigen Pressekonferenz zur Vorstellung der Hornbach-Halbjahreszahlen griff Albrecht Hornbach diesen Umstand auf, um sowohl die eigene "Outperformance" gegenüber der Branche hervorzuheben, als auch einen Seitenhieb auf die Einschätzung abzugeben, wonach der Trend zum Do-it-yourself nachlassen dürfte, sobald Reisen und andere Freizeitaktivitäten wieder möglich seien. Wir veröffentlichen an dieser Stelle die Rede von Albrecht Hornbach auf Grundlage des von Hornbach veröffentlichten Redemanuskripts:

„Mit Blick auf das außerordentliche Umsatzwachstum der gesamten DIY-Branche im vergangenen Kalenderjahr [Red. 2020] war in der Berichterstattung und auch in den Einschätzungen vieler Branchenexperten häufig die Rede von einer ‚Ausnahmesituation‘. Von einem Erfolg, ‚der sich wohl nicht so einfach wiederholen lasse‘. Und auch von einem Trend zum Do-it-yourself, der ‚nachlassen dürfte‘, sobald Reisen und andere Freizeitaktivitäten wieder möglich seien. Offensichtlich missverstehen einige den bestehenden Trend als eine Art Beschäftigungs-Therapie beschränkt auf Lockdown-Phasen, wenn es nicht anderes zu tun gibt. Sie mögen sich durch die Pressemitteilung unseres Branchenverbandes von vor gut sechs Wochen bestätigt sehen. Von einem 'deutlichen Umsatzrückgang' war darin die Rede. Konkret: Flächenbereinigt minus 15,9 Prozent für die deutsche Baumarktbranche. ‚Langwierige Lockdown-Beschränkungen und die ungünstige Wetterentwicklung hätten das erste Halbjahr ernsthaft verhagelt‘, hieß es. Dagegen können wir nun die Entwicklung bei Hornbach stellen. Hornbach hat sich in diesem Zeitraum dramatisch besser entwickelt. Die Outperformance betrug in den ersten sechs Monaten des Kalenderjahres in Deutschland mehr als 13 Prozentpunkte. Vor allem in den Monaten Januar und Februar sowie April und Mai, als die Märkte aufgrund der Corona-Verordnungen geschlossen oder nur eingeschränkt besuchbar waren, konnten wir den Abstand zum Wettbewerb massiv ausbauen.

Hornbach hat sich  dramatisch besser entwickelt als die Branche insgesamt.
Albrecht Hornbach, Vorstandsvorsitzender der Hornbach Holding AG & Co. KGaA

Von Januar bis Juni 2021, also im Berichtszeitraum des Branchenverbandes, gelang es uns, mit einem geringen Minus von 2,4 Prozent die schließungsbedingten Umsatzeinbußen im stationären Handel, vor allem durch unseren Interconnected Retail weitestgehend auszugleichen. Und auch nach dem Lockdown entwickelten wir uns weiter besser als der Branchendurchschnitt. Dass die Umsatzrekorde im vorangegangenen Geschäftsjahr 2020/21 kein coronabedingtes Strohfeuer waren, belegen nun auch unsere Halbjahreszahlen:

  • ein Umsatzplus in der Hornbach-Gruppe im ersten Halbjahr 2021/22 von 5,1 Prozent,
  • ein weiteres flächen- und währungskursbereinigtes Plus im Teilkonzern Hornbach Baumarkt AG in den ersten sechs Monaten in Höhe von 3,4 Prozent – wohlgemerkt nach mehr als 19 Prozent ein Jahr zuvor –
  • und das Wachstum von 13,2 Prozent des Teilkonzerns Hornbach Baustoff Union.

Für Hornbach ist also kein Rückgang der Nachfrage nach DIY-Sortimenten zu erkennen. Sie blieb auch in den Sommermonaten unverändert hoch, obwohl das Wetter sehr unbeständig war und die Verbraucher wieder deutlich mehr verreisten. Selbst für die restliche Branche, die deutlich schlechter abgeschnitten hat als Hornbach, ist es wert festzustellen: Die derzeitige Nachfrage nach Bau- und DIY-Sortimenten bewegt sich weiterhin auf einem deutlich höheren Level als vor der Pandemie. Die einzelnen Wettbewerber sind jedoch nur sehr unterschiedlich in der Lage, dieser Nachfrage auch mit einem entsprechenden Angebot zu begegnen, das den veränderten Kundenansprüchen an die Verknüpfung von Online- und Offline-Rechnung trägt. Hornbach hat in diesem Bereich einen wesentlichen Wettbewerbsvorsprung. Der Umsatz in unserem Onlinegeschäft ist im ersten Halbjahr 2021/22 um mehr als 48 Prozent gestiegen. Das liegt natürlich besonders am starken Anstieg im ersten Quartal um plus 71 Prozent, als viele Kunden in den Lockdownwochen auf die Online-Kanäle, insbesondere das Click & Collect, auswichen. Aber auch im nicht von Lockdowns beeinflussten zweiten Quartal stiegen die Onlineumsätze insgesamt um mehr als ein Fünftel und somit deutlich stärker als der Konzernumsatz. Ich denke, dass unser Onlineanteil am Umsatz des Baumarkt-Teilkonzerns im Geschäftsjahr 2021/22 die im Vorjahr erreichte Marke von fast 17 Prozent nochmals deutlich übertreffen wird.“

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