Keine Stadtflucht

Ballungsräume bleiben trotz mehr Homeoffice beliebt

Das Wohnen in der Stadt ist für viele nach wie vor sehr attraktiv.(Quelle: Pixabay/karlherl)
Das Wohnen in der Stadt ist für viele nach wie vor sehr attraktiv.
11.01.2022

Obwohl immer mehr Menschen wegen der Corona-Pandemie im Homeoffice arbeiten, gibt es in Deutschland keine Stadtflucht. Mieterinnen und Mieter möchten zwar gerne in größeren Wohnungen leben und arbeiten als bisher, dies aber mehrheitlich weiterhin im Ballungsraum: 63 Prozent der Bestandshalter von Wohnungen sehen derzeit keinen verstärkten Umzugstrend in suburbane Regionen. So lautet eines der Kernergebnisse der aktuellen Studie "Future Living - Outlook 2022. Wohntrends der Zukunft", die die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC Deutschland erstellt hat.

„Schon seit Jahren zeigt sich aufgrund der demografischen und makroökonomischen Entwicklungen eine zunehmende Urbanisierung. Das hat sich durch Covid-19 offenbar nicht geändert“, sagt David Rouven Möcker, Partner Real Estate Consulting bei PwC Deutschland. „Unsere Kunden nehmen weiterhin eine rasant steigende Nachfrage nach Wohnraum in den Metropol- und Ballungsräumen wahr.“ Befragt nach den wichtigsten Anforderungen der Mieter ans Wohnen nennen sowohl Projektentwickler als auch Bestandshalter an erster Stelle schnelles Breitband-Internet für das effektive Arbeiten im Homeoffice (58 beziehungsweise 57 Prozent), gefolgt von größeren Wohnungen (42/51 Prozent) sowie Wohnungen mit einem separaten Arbeitszimmer (42/46 Prozent).

Gesucht: groß, barrierefrei, mit Breitband-Internet

Wegen des demografischen Wandels stellen sich die Bestandshalter auf eine erhöhte Nachfrage der alternden Bevölkerung nach barrierefreien Wohnungen ein: 60 Prozent haben eigenen Angaben zufolge bereits Maßnahmen eingeleitet, um Barrieren zu reduzieren und Wohnungen altersgerecht zu gestalten. Etwa die Hälfte der Befragten glaubt nicht, dass wegen der alternden Bevölkerung viele Wohnungen in Ballungsräumen frei werden, 31 Prozent rechnen für die kommenden fünf Jahre mit einer sinkenden Nachfrage in urbanen Gebieten, 13 Prozent für die kommenden zehn Jahre.

Hohe Baukosten bremsen Ausbau

Obwohl vor allem in Ballungsregionen die Nachfrage nach bezahlbaren Wohnungen weit größer ist als das Angebot, sehen die Studienautoren die Ausweitung des Wohnungsangebots gefährdet. So will mehr als jeder vierte Befragte Bauprojekte wegen der aktuell hohen Baukosten zurückstellen. Dass fehlende Arbeitskräfte und/oder Baumaterial den Wohnungsbau in den kommenden drei Jahren weiter bremsen werden, glauben 50 Prozent der Projektentwickler und 60 Prozent der Bestandshalter.

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