Tesa realisiert an seinem Hamburger Werk gemeinsam mit Energynest, einem Unternehmen zur Speicherung thermischer Energie, eine großskalige Power-to-Heat-Anlage mit integriertem Wärmespeicher. Die Anlage reduziere die CO₂-Emissionen am Standort Hamburg um rund 4.600 Tonnen pro Jahr – etwa 20 Prozent der standortbezogenen Emissionen auf Basis des Referenzjahres 2018, erklärt der Hersteller von Klebebändern. Aktuell wird die Ausweitung des Konzepts auf weitere Werke geprüft.
In Hamburg werden Klebebänder für die Elektronik-, Automobil-, Druck- und Papierindustrie hergestellt. Trocknungsprozesse und die Rückgewinnung von Lösemitteln erfordern große Mengen an Prozesswärme und -dampf, die bislang überwiegend fossil erzeugt wurden.
Ein Baustein der Transformation ist die Elektrifizierung der Dampferzeugung: Eine 10 MW Power-to-Heat-Anlage mit einem 40 MWh thermischen Speicher von Energynest ermöglicht es, Strom aus erneuerbaren Energien in Hochtemperaturdampf umzuwandeln und zeitlich entkoppelt bereitzustellen. Rund zwei Drittel des jährlichen Dampfbedarfs am Standort werden damit klimaneutral gedeckt, berichtet das Unternehmen.
Der Wärmespeicher erlaubt es, gezielt günstigen Überschussstrom aus erneuerbaren Energien zu nutzen und den Strombezug flexibel an Marktpreise, Wetter und Netzlast anzupassen. Eine KI-gestützte Steuerung verknüpft Power-to-Heat, PV, Windenergie und weitere Effizienzmaßnahmen zu einem intelligenten Gesamtsystem.
„Dieses Projekt zeigt, dass klimaneutrale Industrieproduktion heute bereits realisierbar ist – technologisch, wirtschaftlich und skalierbar“, sagt Dr. Ingrid Sebald, Chief Technology Officer bei Tesa. Die Power-to-Heat-Anlage mit Wärmespeicher ist Teil der der konzernweiten Nachhaltigkeitsstrategie „we do“ auf dem Weg zur klimaneutralen Produktion bis 2030.
Der Spatenstich für die Power-to-Heat-Anlage und den Wärmespeicher ist für Herbst 2026 geplant. Die Inbetriebnahme erfolgt voraussichtlich im Sommer 2027.













