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Vom Trotz am Rande der Schwäbischen Alb

Dem schwäbischen Unternehmen Gardena ist die Unabhängigkeit heilig. Und man denkt global an der Donau

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Die Ära Kress und Kastner bei Gardena geht zu Ende. Über 40 Jahre bestimmten die beiden Familien das wohl bekannteste deutsche Unternehmen, das Gartenprodukte herstellt. Ende März 2002 unterzeichneten die Stammaktionäre der Gardena Holding AG, eben die beiden Gründerfamilien, gemeinsam mit einer vom schwedischen Industri Kapital 2000 Fonds gegründeten Erwerbergesellschaft eine Vereinbarung über den Erwerb der Mehrheit an der Holding.
Industri Kapital beabsichtigt, den Ulmer Gartengerätehersteller stufenweise komplett zu übernehmen. Die bis dato im Familienbesitz befindlichen zehn Mio. Stammaktien sind nicht börsennotiert. An der Börse gehandelt werden lediglich 1,4 Mio. Vorzugsaktien. Allgemein wird erwartet, dass das Unternehmen mittelfristig sich über einen bestimmten Zeitraum von der Börse zurückzieht, um seine globale Expansionsstrategie in Ruhe und ohne Druck seitens kritischer Aktionäre durchzuführen. Deshalb könnte in absehbarer Zeit auch ein Kaufangebot seitens des Finanzinvestors an die Besitzer der Vorzugsaktien erfolgen.
Mit Industri Kapital als Investor, so klingt es aus der Firmenzentrale an der Donaustadt, gebe es endlich Klarheit über die weitere Ausrichtung des europäischen Marktführers für Gartengeräte: Gardena will eigenständig bleiben. Danach sah es zunächst aber gar nicht aus. Mitbegründer und Mehrheitsaktionär Werner Kress favorisierte, als er völlig überraschend die Verkaufsabsicht bekannt gab, eigentlich eine Veräußerung an den direkten Wettbewerber Electrolux. Doch Management und Mitarbeiter von Gardena machten gegen diese Pläne mobil, verwiesen auf mögliche Markenüberschneidungen sowie die Gefahr einer Zerschlagung Gardenas und erarbeiteten eigene Zukunftsmodelle. Damit konnten sie letztendlich sowohl die Gründerfamilien als auch den neuen Finanzinvestor überzeugen.
Die vom Management um den agilen Gardena-Vorstandsvorsitzenden Dr. Wolfgang Jahrreiss bereits 1999 eingeschlagene Wachstumsstrategie mit der Zielsetzung, dauerhaft im Gartenbereich in allen Segmenten der führende Anbieter von Qualitäts- und Markenprodukten zu sein, finde, so Gardena, „die volle Unterstützung von Industri Kapital“. Auf dieser Basis will Industri Kapital auch weiteres Kapital für die dynamische Expansion bereitstellen. Die Wachstumsstrategie von Gardena sieht dabei neben der Fortsetzung der traditionell erfolgreichen Innovationspolitik des schwäbischen Unternehmens auch eine Ausweitung der Distribution auf Auslandsmärkten sowie strategiegerichtete…
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