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„Besser aufgestellt als die meisten“

Reinhold Semer und Jürgen Hörmann im Doppelinterview zu Reaktionen der Lieferanten und zur Zukunft von Hellweg

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diy: Nach all den Querelen um und mit Hellweg in der letzten Zeit, ist Ihr Unternehmen mehr Treibender oder doch Getriebener?
Reinhold Semer: Ob der Einzelhandel wirklich noch ein Treibender ist, da mache ich grundsätzlich ein Fragezeichen hinter – auch bei den Großen des Marktes.
Bei Hellweg hatten wir in den letzten beiden Jahren zugegebenermaßen einen Entscheidungsrückstand. Davor allerdings haben wir wichtige strategische Entscheidungen umgesetzt, die heute ganz klar erkennbar sind. Neben zwei, drei anderen sehe ich niemanden, der von seinen Märkten her so gut aufgestellt ist wie wir. So brauchen wir uns nicht als Getriebener zu fühlen.
Mit unseren Standorten, die zu 90 Prozent in unserem Besitz sind, und dank unserer regionalen Stärke sind wir gut positioniert, sind also aktiv Handelnder.
Reinhold Semer: „Die Problematik auf der Gesellschafterebene (und damit auch im operativen Geschäft) in der Geschäftsführung spitzte sich immer mehr zu.“
diy: Bis Juli dieses Jahres schaukelte sich ja die kritische Situation bei Hellweg fast dramatisch auf.
Semer: Es stimmt, die Problematik auf der Gesellschafterebene und damit auch im operativen Geschäft spitzte sich immer mehr zu. Es konnte praktisch über zwei Jahre keine einzige unternehmerische Entscheidung gefällt werden. Dann bekamen wir Anfang dieses Jahres einen neuen Geschäftsführer, der aus der Schmuckindustrie kam. Herr Schnitger berief Herrn Hörmann ab. Damit wurde die Situation noch angespannter. Um Kontinuität im operativen Geschäft zu bewahren, habe ich Herrn Hörmann „nach Stammesrecht“ gleich wieder berufen. Hierzu musste unser kaufmännischer Geschäftsführer Herr Sommer vorübergehend aus der zweiten Reihe agieren.
diy: Wie kam es dann zum Ausscheiden von Herrn Schnitger?
Semer: Der Druck auf alle Parteien, endlich zu einer Lösung zu gelangen, war gewaltig. Letztendlich haben Kreditversicherer und Banken ihr Vertrauen in die Substanz und Zukunft des Unternehmens klar zum Ausdruck gebracht. Bedingung war das Ausscheiden von Herrn Schnitger. Auf dieser Basis sind dann erhebliche finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt worden.
diy: Welche Rolle spielt bei Ihnen augenblicklich der Faktor Zeit?
Semer: Wir haben den Vorteil, dass wir keine Entscheidungen berichtigen müssen, die mit großem finanziellen Aufwand verbunden wären. Die Fehler, die gemacht wurden, können wir mit relativ unbedeutenden Mitteln beseitigen. Die Gesellschafterfrage ist geklärt, die neuen Strukturen sind umgesetzt und werden heute schon eher…
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