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Katholisch,  visionär, verwundbar

Manfred Maus erhielt in Berlin den Lifetime Award des Deutschen Handels. Was charakterisiert den Obi-Gründer und BHB-Präsidenten, welche Konstanten prägen sein Leben?

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Da liegen sie vor einem, die zahlreichen Veröffentlichungen, Verlautbarungen und Presseartikel und man versucht, anhand dieser das Gerüst eines Psychogramms einer Person zu erstellen. Und die Namen der Publikationen haben einen guten Ruf: Capital, Rheinischer Merkur, Wirtschaftswoche, um nur einige wenige zu nennen. Und dennoch: Sehr schnell merkt man, dass man einem Menschen – und diesem Menschen insbesondere – durch die Lektüre von dem, was andere über ihn geschrieben haben, einfach nicht gerecht wird.
Es geht um Manfred Maus, den Gründer, langjährigen Geschäftsführer und heutigen Aufsichtsratsvorsitzenden des größten deutschen Baumarktbetreiber, von Obi. In Berlin wurde der 68-Jährige auf dem Deutschen Handelskongress Ende November für sein Lebenswerk mit dem Lifetime Award des Deutschen Handels ausgezeichnet. Und zweifelsohne hat ihn in der bundesdeutschen und europäischen Do-it-Yourself-Szene keiner so sehr verdient wie Manfred Maus. Doch was macht diesen Menschen aus, was treibt ihn an?
Immer vorneweg – Manfred Maus bei der Eröffnung des Obi-fix in Ratingen im März 2001.
Direktheit fällt mir da zuerst einmal ein. Als ich vor über fünf Jahren als branchenfremder Journalist in unsere Branche einstieg, bläute man mir natürlich vom ersten Tag an den Namen „Manfred Maus“ ein. Ich war schon gewaltig beeindruckt, ohne ihn ein einziges Mal gesehen zu haben. An meinem vierten Arbeitstag im Dähne Verlag, es war ein Freitag um 17.30 Uhr, klingelte das Telefon und eine Stimme meldete sich: „Hier Manfred Maus. Herr Bengelsdorf, ich muss mit Ihnen sprechen: Woher kommen Sie, was haben Sie bisher gemacht, was können Sie?“ So musste ich 15 Minuten lang meine Vita vor ihm ausbreiten, ich kam mir regelrecht durchleuchtet vor. Dabei war er kein bisschen verletzend. Nur wollte er sofort die Fakten wissen. Eine Erfahrung, die viele Gesprächspartner von ihm bis heute regelmäßig machen.
Bilder eine Laufbahn: Manfred Maus im Jahre 1989...
Doch dann schaltete Maus beim ersten Gespräch mit mir schlagartig um. Er hatte sofort gehört, dass ich aus der gleichen Gegend stamme wie er, unsere Heimatorte liegen nur rund 25 Kilometer voneinander entfernt entlang der deutsch-schweizerischen Grenze. Und wir sprachen plötzlich Alemannisch miteinander, den Dialekt , den manche als „Kehlkopfkrankheit“ bezeichnen. Das war der andere Maus: gewinnend, unterhaltsam, privat. Er hatte mich geprüft und für halbwegs in Ordnung empfunden. Ich war erleichtert. Und was habe ich gelernt? Bei aller…
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