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Sehnsucht Sicherheit

Rund statt kantig, geborgen statt kühl: Organische Formen und natürliche Farben zeugen vom neuen Megatrend.
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Flatterkleidchen und Badehose haben für dieses Jahr ihren Dienst geleistet. Es wird wieder früher dunkel und der Terrassenstrahler erinnert deutlich an die bevorstehenden Herbst- und Wintertage. In den Zeitschriften haben neben den üblichen Modestrecken die Bastel- und Heimwerkerthemen Hochkonjunktur und bescheren dem Handel wieder Umsätze in den Bereichen, die bei 35 Grad im Schatten wenig Attraktivität besaßen. Höchste Zeit also, die Verkaufsfläche kritisch zu durchleuchten und nicht nur die eine oder andere Änderung in Angriff zu nehmen, sondern auch die prognostizierten Trends umzusetzen. Dabei stellt sich jedoch häufig die Frage: Lohnen sich Umgestaltungen für die doch relativ kurzfristigen Trends? Hier hilft ein Blick auf die Megatrends. Im Gegensatz zu den relativ kurzlebigen Trends sprechen Trendscouts von Megatrends, die mit der Werteskala und den gesellschaftlichen Entwicklungen einhergehen und eine Epoche von circa fünfzig Jahren prägen. Die Zeit von 1950 bis 2000 war dominiert von Automatisierung, Wissenskompetenz, Globalisierung, Jugendwahn, Spaßgesellschaft und Genussmitteln. Der derzeitige Megatrend erweist sich zum Teil als deutlicher Gegenpol mit Netzwerken, sozialer Kompetenz, ökologischer Verantwortung und einem starken Gesundheitsbewusstsein mit Sport und Bioprodukten. Mit diesem Wertewandel verändert sich auch die Farbskala. So wurde von 1950 bis 2000 das traditionelle Erdbraun und Tannengrün im Interieur-Bereich deutlich abgelöst von den „Unfarben“ Schwarz (Stärke, Macht) und Weiß (Unschuld, weiße Weste). Im Zuge der neuen Solidarität und des schonenden Umgangs mit den natürlichen Ressourcen wird die gesamte Palette der Brauntöne, von zartem Sandbeige (Wohlbefinden, Urlaub) bis zum warmen Dunkelbraun (Verwurzelung, Sicherheit) die Farbwelt prägen. Die AutomobilIndustrie hat bereits reagiert und liefert statt der weißen Autos die neue Braunpalette aus. Generell verlieren die Farben in den kommenden Jahren deutlich an Intensität und werden zu monochromen, aber nuancenreichen Ton-in-Ton-Kompositionen arrangiert. Strukturen mit ihren Lichtbrechungen und Schattenspielen ersetzen die früheren starken Farbakzente. Metalle werden gebürstet, geriffelt, gehämmert oder geprägt, keramische Fliesen zeigen sich dreidimensional. Hölzer zeigen deutliche Maserungen, und geschliffenes Kristall ist wieder heiß begehrt, ob als Kronleuchter, Vase oder in Form der fast vergessenen Römer. Runde, organische Formen werden die kantigen ablösen. Denn während…
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