diy plus

Rolle rückwärts

Der Generationswechsel schien generalstabsmäßig vorbereitet. Nun macht Fischer einen Rückzieher und Klaus Fischer übernimmt wieder das Kommando. Sein Sohn Jörg Klaus verlässt das Unternehmen.
diy immer dabei – Lesen Sie, wo, wann und wie Sie wollen.
  • Print-Ausgabe direkt per Post
  • Ausgaben auch als E-Magazin
  • Immer verfügbar – auf PC und Mobil
  • Online-Archiv seit 1990
Test-Abo Print & Online
Direkt weiterlesen
Es war einer der zentralen Sätze, mit denen sich Jörg Klaus Fischer im Februar der Fachpresse vorstellte: Über 80 Prozent der Familienunternehmen gelinge es nicht, die dritte Generation zu erreichen, sagte Jörg Klaus Fischer. Die Fischerwerke, wollte er damit sagen, zählen zu den 20 Prozent, die es geschafft haben, diesen wichtigen und schwierigen Schritt in die Zukunft zu meistern und damit die Entwicklung des Unternehmens nachhaltig zu sichern. Was bei der Pressekonferenz noch unvorstellbar schien, ist nun eingetreten: Die Differenzen zwischen Vater und Sohn waren wohl doch so groß, dass die beiden die Reißleine ziehen mussten. Anfang April wurde verkündet, dass Klaus Fischer wieder das Ruder übernimmt und Jörg Klaus Fischer das Unternehmen verlässt. Der letzte Satz der Pressmitteilung klang da schon fast wie eine Beschwörung: Fischer hieß es da, werde auch in Zukunft ein Familienunternehmen bleiben, „daran gäbe es keinen Zweifel“. Dabei schien der Generationswechsel in dem Traditionsunternehmen generalstabsmäßig vorbereitet. Jörg Klaus Fischer trat nach seinem Studium der Philosophie und der Volkswirtschaft in Cambridge 2005 in die Fischerwerke ein. 2007 übernahm er die Verantwortung für den Vertrieb Befestigungssysteme im Raum Asien/Pazifik. 2008 wurde er Mitglied der Geschäftsführung im Unternehmensbereich Befestigungssysteme, mit denen rund 80 Prozent des Umsatzes erzielt wird; und 2011 übernahm er schließlich den Vorsitz der Geschäftsführung der Unternehmensgruppe. Sein Vater blieb Inhaber und Vorsitzender des Beirates, eine Eigentumsübertragung war sukzessive vorgesehen. Rund ein Jahr konnte sich Jörg Klaus in seine neue Rolle einfinden, und sammelte ein Führungsteam um sich, das auf ihn zugeschnitten war. Dessen Zusammensetzung dürfte einer der Gründe für das Zerwürfnis mit seinem Vater gewesen sein. So hat Hans-Norbert Topp, Geschäftsführer Marketing und Vertrieb und Sprecher des Unternehmensbereiches Befestigungssysteme, das Unternehmen inzwischen wieder verlassen. Im Januar dieses Jahres wurde der Führungs- und Generationswechsel bei Fischer in mehreren Pressekonferenzen aktiv nach außen getragen. Die erste gemeinsame Pressekonferenz des neuen Führungsteams fand in Stuttgart vor der versammelten Wirtschafts- und Tagespresse statt. Mit am Tisch neben Jörg Klaus Fischer: Markus Störzer (Geschäftsführung Produktion), Edmund Kammerer (Leiter Kommunikation und Politik), Hans-Norbert Topp (Geschäftsführer Marketing und Vertrieb und Sprecher des…
Zur Startseite
Mehr zum Thema
Lesen Sie auch