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Auf der Suche nach dem Stein der Weisen

Praktiker startete in Neumünster einen Labormarkt, in dem der Einstieg ins Discountgeschäft getestet wird.
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Deutsche mögen Scheinanglizismen: Wörter, die es im Englischen in der Bedeutung oder so gar nicht gibt, die aber englisch klingen, scheinen modern und weltaufgeschlossen, sind hipp. Das bekannteste Beispiel „Handy“ bedeutet im Englischen als Adjektiv „praktisch“, korrekt wäre „Cellphone“ oder „Mobile“. Ähnliches trifft auf den Begriff „Discounter“ zu. Wenn im Englischen darunter primär eine Person verstanden wird, die entweder einen Rabatt gewährt oder einen Discountladen betreibt, dann ist im Deutschen der Begriff omnipotenter und machtvoller. Er bezeichnet eine eigenständige Betriebsform des Handels. Discount ist eine Form des stationären Einzelhandels, die sich „tendenziell durch ein relativ ­schmales und flaches Warensortiment, einfache Warenpräsentation, relativ kleine Verkaufsflächen und durch geringere Verkaufspreise als bei Mitbewerbern anderer Betriebsform auszeichnen“, so Wickipedia. Es gibt Discounter klassisch im LEH-Bereich, aber seit einigen Jahren auch im Bereich Kleidung, Möbel, Foto und Schuhe. Die Warenumschlaghäufigkeit sollte den Faktor 52 betragen, die Läden eine Verkaufsfläche von rund 1.000 m² und eine Anzahl von 1.500 Produkten haben. Das sind Kennzahlen, die Baumärkte nicht erreichen können. Versuche, vor einigen Jahren sich als DIY-Discounter zu positionieren, sind gescheitert. Die Schmerzgrenze bei der Artikelanzahl scheint beispielsweise um die 15.000 zu liegen, Warenumschlagshäufigkeiten, die über 10 liegen, gelten schon als sehr gut. Der Grund: Baumärkte sind eigentlich Warenhäuser für Heimwerker und keine auf ein ganz bestimmtes Sortiment spezialisiertes Vertriebssystem. Es ist also auch kein Modell für Praktiker, um sich gegenüber der Schwestervertriebslinie Max Bahr zu positionieren. Ein Zwischending scheint aber möglich zu sein. Stärker und konsequent diskontierende Elemente auch im stationären Baumarkt zu nutzen, hat sich Praktiker auf jeden Fall vorgenommen. Nach der Umstellung zahlreicher alter Praktiker-Standorte auf Max Bahr will man mit dem verbleibenden Rest stärker als Discounter wahrgenommen werden, ohne ein echter Discounter zu sein. Das ist der Abschied von zahlreichen Konzepten, die in den vergangenen Jahren der Weisheit letzter Schluss sein sollten: Schlank ist sexy, Eigenmarke ist sexy. „Easy to shop“ findet sich nur noch rudimentär im Laden wieder. Mit „Laden“ ist hier der am 2. Mai eröffnete Labormarkt in Neumünster gemeint. Unweit der Firmenzentrale in Hamburg wird jetzt im Praktiker-Markt des Ortes (6.600…
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